Leserbriefe

Wasserkraft und Fischereiverband

07.03.2013, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Herbert Knauer, Wendlingen. Zum Leserbrief „Unvoreingenommen die Sache abwägen“ vom 23. Februar und zum Artikel „Wasserkraft und Naturschutz“ vom 2. März. Beanstandet wird ein Bericht von Günter Richter, dem Vorsitzenden des Fischervereins Wendlingen und Naturschutzbeauftragten des Landesfischereiverbandes Baden-Württemberg, über den Ausbau von kleinen Wasserkraftwerken. Im Einzelnen geht es um den möglichen Ausbau an der Lauter und die negativen ökologischen Folgen für Gewässer und Fische. Die Problematik wird von Herrn Richter treffend beschrieben. Es wird weiterhin auf die geringe Stromerzeugung von 0,5 Prozent der über 1700 kleinen Wasserkraftwerke im Ländle verwiesen. Diesen Artikel beanstandet Professor a. D. Kern und behauptet, die Argumente von Günter Richter seien fragwürdig. Dabei ist es genau umgekehrt. Günter Richter vertritt genau die Ansichten des Landesfischereiverbandes, des Landesnaturschutzverbandes und vom Nabu, die hinsichtlich der Wasserkraft gleiche Ziele haben. Professor a. D. Kern wirft als Erstes die gesamte Nettostromerzeugung aller Wasserkraftwerke in den Ring und verfehlt gleich einmal das Thema.

Es geht um Kleinkraftwerke. Es wird weiterhin auf einen Stababstand von 15 Millimeter beim Rechenreiniger nach heutigen Anforderungen hingewiesen. Dies ändert nichts daran, dass die ganzen Kleinfische und Jungfische durchgehen und zerhäckselt werden. Die größeren Wanderfische verenden am Rechen und werden vom Rechenreiniger entfernt. Sehr wohl verändert sich die Wasserchemie. Durch die Staumaßnahme erhöhen sich die Wassertemperatur und damit einhergehend die Sauerstoffwerte. Der Vorschlag, im Staubereich Buhnen einzubauen verbunden mit Stauabsenkungen im Sommer, ist unbezahlbar und kann technisch den Schildbürgern in Schilda zugeordnet werden.

Ein rundum fehlerhafter Artikel. Und jetzt meldet sich Gerhard Jakob aus Neckartenzlingen und ist Professor a. D. Kern dankbar, dass er die Argumente des Günter Richter so kenntnisreich widerlegt hat. Aber beide Artikel haben ja einen Grund. Günter Richter hat in einer Stellungnahme zwei geplante Kleinwasserkraftwerke in Neckartenzlingen abgelehnt, dort ist Professor a. D. Kern Gemeinderat. Gerhard Jakob berichtet weiterhin, dass der Naturschutzbeauftragte durch die Ablehnung in Neckartenzlingen negativ aufgefallen ist. Man kann doch nicht alles ablehnen, was einem nicht in den Kram passt. Unfassbar!

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