Leserbriefe

Was sagt die Politik zum Thema Norgren?

13.09.2013, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Franziska Ottmayer, Nürtingen. Zum Artikel „Wir werden behandelt wie Schwerverbrecher“ vom 3. September. Nun arbeite ich bereits zum dritten Mal in meinen Semesterferien bei der Firma Norgren und habe dort immer gerne gearbeitet. Dieses Jahr musste ich Unglaubliches erleben. Die Geschäftsführung der Firma Norgren hat am Freitag, 30. August, ihrer Belegschaft mitgeteilt, das Werk Großbettlingen Ende des Jahres nach Tschechien zu verlagern. Nicht etwa weil der Standort Großbettlingen keine Gewinne erwirtschaftet, nein, weil hier ein paar Aktionäre den Hals nicht voll bekommen. Leider ist manchen ein stabiler, konstanter Gewinn nicht gut genug! Somit wird also Firmenpolitik auf dem Rücken der langjährig Beschäftigten ausgetragen, die sich mit ihrem Unternehmen identifiziert und für ihren Arbeitgeber in hohem Maße engagiert haben.

In den letzten drei Jahren habe ich immer wieder die Sorge der Angestellten erlebt. Die Verlagerung hängt schon seit Längerem wie ein Damoklesschwert über der Belegschaft und trotzdem hat die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Zeitpunkt kalt erwischt. Kaum einer hat zu dieser Zeit damit gerechnet und die harte Vorgehensweise der Geschäftsführung hat alle schockiert. Seit dem Tag, an dem der Belegschaft das Vorhaben mitgeteilt wurde, werden die Mitarbeiter der Stammbelegschaft wie Schwerverbrecher von Sicherheitsleuten „bewacht“. Anrufe werden von den Sicherheitsleuten entgegengenommen und Pressegespräche nicht an den Betriebsrat weitergeleitet. Mit einer deeskalierenden Maßnahme hat das meiner Meinung nach nichts zu tun.

Die Menschen sind teilweise traumatisiert, stehen unter einer riesigen Anspannung und haben Angst, weil sie dieses extreme Durchgreifen nicht einordnen können. Vielen Mitarbeitern droht eine ungewisse Zukunft, da ihre Aussichten auf dem Arbeitsmarkt nahezu null sind. Übrigens ist Norgren kein Einzelfall, welche Firma ist die nächste? Wie hier mit Menschen umgegangen wird, ist einfach unfassbar und völlig unverständlich. Hier wäre mal eine klare Stellungnahme der Bundestagskandidaten angesagt!

Leserbriefe

Schulen können selbst bestimmen

Heinz Vogel, Oberboihingen. Zum Artikel „Vorletzter bei Ganztagsschule“ vom 18. Oktober. Interessant, dass jetzt die Bertelsmann-Stiftung bestimmt, was gut und was schlecht ist. Zu den Fakten: Die Einführung einer Ganztagsschule im Ort bestimmt laut Gesetz der Schulausschuss einer Schule,…

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