Leserbriefe

Warum tut sich nichts in Neckartenzlingen?

25.01.2014, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Jens Schmukal, Fellbach. Zum Artikel „Keine symbolische Aberkennung“ vom 11. Dezember. Als auswärtiger Historiker, den es von Berufs wegen in den Landkreis Esslingen verschlagen hat, lese ich mit Interesse die Berichterstattung und die bisherigen Leserbriefe zu oben genanntem Thema.

Die Argumentation des Gemeinderates ist schwer verständlich, sie führt aber nicht automatisch zu einer zwangsläufigen Verbindung der Gemeinde Neckartenzlingen mit nationalsozialistischem Gedankengut. Von einer Bekannten wurde ich nun aber über einen weiteren Vorgang informiert, bei dem es sich durchaus lohnt, ihn zu hinterfragen.

Von der Gemeinde Neckartenzlingen wird aktiv das Buch „Neckartenzlingen im 1. Weltkrieg 1914 bis 1918“ beworben. Dieses Buch enthält Passagen, die äußerst fragwürdig sind, da deutlich zu erkennen ist, dass sie braunes Gedankengut beinhalten. Ein Buch als Geschenk, und damit zwangsläufig auch vielen geschichtsinteressierten Jugendlichen, zu empfehlen, in dem Demonstrationen gegen den Krieg als „vaterlandslose Umtriebe“ und die Revolution von 1918, die dem Deutschen Reich immerhin die Demokratie brachte, als „verbrecherische Revolte“ bezeichnet werden, halte ich für falsch und sogar sehr gefährlich. Zumindest die separate Kenntlichmachung dieser Passagen als Meinung einer Minderheit, oder aus den 1930er-Jahren nach Hitlers „Machtergreifung“ stammend, scheint mir hier dringend notwendig.

Dieser Vorgang alleine kann zunächst ein Versehen sein oder auf mangelnder Kenntnis beruhen. Erfährt man aber nun, dass das Buch weiterhin beworben wird, obwohl mehrmals auf diese Problematik hingewiesen wurde, stimmt diese Haltung nun allerdings doch bedenklich. Dass sich zusätzlich aber auch noch beharrlich geweigert wird, Adolf Hitler die Ehrenbürgerwürde abzuerkennen, wirft kein gutes Gesamtbild auf den Gemeinderat, und damit auch auf die gesamte Gemeinde von Neckartenzlingen.

Leserbriefe

Überhört Herr Grabitz kritische Stimmen?

Kai Hansen, Nürtingen. Zum Artikel „EU droht Milliardenklage wegen Pflanzenschutzmittels“ vom 11. November. Der Journalist Markus Grabitz gewährt dem weltgrößten Glyphosat-Hersteller Monsanto auf Seite eins der Wochenendausgabe der Nürtinger Zeitung eine prominente Bühne und betreibt zudem deren…

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