Leserbriefe

Warum müssen Freiwillige ran?

06.07.2017, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Friedrich Pfleghar, Oberboihingen. Zum Artikel „Gemeinsames Abrechen des Grases“ vom 29. Juni. So löblich die Aktion als solche von Gemeinderäten, Stadtbauamt und Bauhof in Wendlingen zur Pflege der Streuobstwiese am Seegraben auch ist, so hat die ganze Sache doch ein erhebliches „Gschmäckle“.

Ursprünglich ist diese Streuobstwiese in den Jahren 2010/11 entstanden aus einem Wunsch vom Streuobstverein „Onser Saft“, dem es ein Anliegen ist, Streuobstwiesen als Landschaftsbild zu erhalten, vor allem wegen des Artenerhalts. Streuobstwiesen geben vielen Vögeln, Insekten und anderen Tieren Lebensraum, der durch die Zersiedelung immer weiter eingeschränkt wird.

Auch hatte sich der Verein bereiterklärt, die Pflege dieser neu angepflanzten Bäume für die nächsten fünf Jahre zu übernehmen, was zwischenzeitlich durch eine finanzielle Vereinbarung mit der Stadt abgelöst wurde.

Im vergangenen Jahr nun hat die Stadt Wendlingen ebendiese Wiese aus dem Ökokonto als Ausgleichsmaßnahme für die Auflagen aus der Beseitigung des Bahnüberganges Schützenstraße eingebracht. Somit ist also alles, was mit dieser Wiese zukünftig passiert, in die Kostenbeseitigung Bahnübergang Schützenstraße eingerechnet, also auch die Bezahlung der Pflege aus diesem Topf. Warum da jetzt „Freiwillige“ die Pflege machen müssen ist schleierhaft, hat doch dafür schon mal der Verein „Onser Saft“ bezahlt und jetzt auch noch das Projekt „Beseitigung Bahnübergang Schützenstraße“!

Da gäbe es sicher andere Möglichkeiten, dort etwas Gutes zu tun, wo die Finanzierung nicht schon so gesichert ist wie am Seegraben.

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