Leserbriefe

Warum gebundene Gemeinschaftsschule?

08.02.2012, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Katharina Kuchinke, Frickenhausen. Zum Leserbrief „Die Vorzüge der Gemeinschaftsschule“ vom 3. Februar. Herr Wipper hat sicher recht, wenn er das pädagogische Konzept der Gemeinschaftsschule als eine Chance für alle (!) Kinder und Jugendlichen sieht. Umso mehr bedaure ich, dass unter den derzeitigen Bedingungen unsere Kinder leider nicht zu diesen „allen“ Kindern gehören werden, denn: Warum muss diese Gemeinschaftsschule eine gebundene (!) Ganztagsschule sein? Das pädagogische Konzept kann grundsätzlich auch im Vormittags-/Nachmittagsbetrieb funktionieren. Dazu müssen die Schüler nicht verpflichtend in der Schule gehalten werden.

Unser zukünftiger Familienalltag jedenfalls sähe so aus: Ich sitze mit meinem für mich allein gekochten Mittagessen hier am Tisch, während unsere Kinder ein paar hundert Meter von mir entfernt ein Mittagessen zu sich nehmen – oder auch nicht (wer schaut schon danach?). Das kann so von einer Schule, die für alle da sein will, nicht gewollt sein – oder doch? Trotz der im Moment noch bestehenden Freiheit, unsere Kinder eben auf Nicht-Ganztagsschulen schicken zu können, mutet das Ganze dann aber doch eindeutig „ideologisch motiviert“ an und reiht sich vorzüglich in die Diskussion um Betreuungsgeldstopp und Krippenplatzförderung ein. Denn ich als Mutter habe natürlich nicht über Mittag zu Hause zu sitzen – sondern am bezahlten Arbeitsplatz. Dass unsere Kinder aber vielleicht gerade eine zu Hause präsente Mutter brauchen könnten, um beispielsweise in der Schule angestauten Frust im Gespräch zeitnah loszuwerden oder um einfach für kurze Zeit zur Ruhe kommen zu können, das scheint keinen Gedanken wert zu sein. Dazu gibt es ja dann Schulpsychologen.

Um es zu betonen: Jede Familie sollte ihr Familienleben so gestalten, wie sie es für gut oder notwendig erachtet. Doch diese Freiheit fordere ich auch für unsere Familie ein. Deshalb fände ich es ein gutes Zeichen für eine ideologiefreie, wirklich für alle (!) da sein wollende Gemeinschaftsschule, wenn sie auch Platz für unsere Kinder bieten könnte – ohne verpflichtende Teilnahme am Mittagsprogramm.

Leserbriefe

Verkehrsprobleme werden nicht gelöst

Raimund Popp, Nürtingen. Zum Artikel „Der Sieger kommt aus der Schweiz“ vom 20. September. Bevor die Umsetzung der Bahnstadt beginnt, muss der Kreuzungsknoten beim Amtsgericht nachweislich gelöst werden. Eine kleine Übersicht zum Plan der Bahnstadt: alle östlichen Häuser direkt an den…

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