Leserbriefe

War Wolfgang Molitor im falschen Film?

24.08.2013, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Hans-Ulrich Funkenweh, Neuffen. Zum Kommentar „Es war einmal“ vom 19. August. Da treffen sich rund 300 000 Menschen (immerhin hat er die Zahl richtig wiedergegeben!) aus ganz Deutschland vor dem Brandenburger Tor in Berlin zum 150. Geburtstag der SPD und um die Rede des SPD-Spitzenkandidaten Peer Steinbrück zu hören. Was macht der Herr Molitor daraus? Eine Märchenstunde, im doppelten Sinne des Wortes! Jawohl, am Rande der Veranstaltung (ich war dabei – anders als offensichtlich Herr Molitor – und kann mir deshalb ein Urteil erlauben!) haben die Führungsleute der SPD für Kinder tatsächlich Märchen vorgelesen. Aber eben für Kinder, was spricht dagegen? Skandalös, dass Herr Molitor das ins Zentrum seines Kommentars stellt. Hat er vielleicht Angst davor, dass die Forderungen von Steinbrück im Volk bekannt werden? Dass die Strategie des Ungefähren von Kanzlerin Merkel entlarvt werden könnte? Dass die „klare Kante“ von Steinbrück vom Wahlvolk doch noch goutiert werden könnte?

Anders lässt sich sein unsäglicher Kommentar, sein untauglicher Versuch, die Forderungen der SPD ins Lächerliche zu ziehen, nicht erklären! Wo bleibt die hehre Chronistenpflicht eines seriösen Journalisten? Keinerlei politische Aussage, die eines Kommentars wirklich Wert wäre, ziert sein Pamphlet! Was ist so falsch daran, wenn Steinbrück für bessere Löhne eintritt und einen gesetzlichen Mindestlohn für alle fordert? Was ist so falsch daran, wenn er gerechte Steuern (um vor allem die Bildung zu finanzieren) fordert und unnachgiebig gegen Steuerbetrüger vorgehen will? Was ist so falsch daran, wenn er Renten fordert, von denen die Menschen auch leben können und nicht als „Auftstocker“ zum Arbeitsamt rennen müssen, um Gelder zu bekommen, die wir Steuerzahler aufbringen müssen und die miese Unternehmer durch Hungerlöhne eingestrichen haben? Kein Wort davon in Molitors Kommentar!

Ein besseres Land kommt eben nicht von allein. Beim (auf Wunsch Merkels leider einzigen!) Aufeinandertreffen von Merkel und Steinbrück am 1. September im Fernsehen kann sich jeder Zuschauer selbst ein Urteil bilden, wer die besseren Argumente hat! Einschalten!

Leserbriefe

Schulen können selbst bestimmen

Heinz Vogel, Oberboihingen. Zum Artikel „Vorletzter bei Ganztagsschule“ vom 18. Oktober. Interessant, dass jetzt die Bertelsmann-Stiftung bestimmt, was gut und was schlecht ist. Zu den Fakten: Die Einführung einer Ganztagsschule im Ort bestimmt laut Gesetz der Schulausschuss einer Schule,…

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