Leserbriefe

Wahrnehmung und Vertrauen

10.10.2012, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Klaus Nägele, Nürtingen. Zum Artikel „Wörth kann zweireihig bebaut werden“ vom 4. Oktober. Betrachte ich die Abläufe und Verhaltensmuster der Nürtinger Gemeinderäte im Umgang mit dem Thema Wörth, stellen sich für mich zwei Fragen. Reicht es, als gewählter Vertreter auf Zeit seinen Standpunkt, unbeeindruckt von neuen Erkenntnissen, einfach zu behaupten – eine Frage der Macht. Und führt ein derartig selbstgerechtes Verhalten nicht mittelfristig zum Vertrauensbruch – eine Frage der Wahrnehmung.

Die Aufgabe eines Gemeinderates besteht in der Wahrnehmung von Bürgerinteressen unter Zuhilfenahme einer Verwaltung. Damit dient der Gemeinderat seinen Bürgern und die Verwaltung dient dem Gemeinderat. Der Weg in den Gemeinderat führt über das Instrument der Fraktionsliste – aber die Sachpolitik gehorcht dem Wissen und Gewissen der einzelnen Vertreter. Darauf beruht die Idee der Vertreterwahl auf Zeit, auf einer Grundlage von Vertrauen. Instrumente, dieses Vertrauen dauerhaft zu erhalten, sind Transparenz, Bürgernähe und Verbindlichkeit. Transparenz – das Gegenteil dazu heißt Geheimabsprache, Fraktionszwang und Basta-Politik. Wo befindet sich Nürtingen?

Bürgernähe – das Gegenteil lautet Ignoranz. Ignoranz gegenüber gesellschaftlichen Veränderungen und Ignoranz gegenüber 3000 Unterschriften. Verbindlichkeit – das Gegenteil heißt blinder Aktionismus. Die Stadtverwaltung lädt zum Runden Tisch und ignoriert dessen Prozesse und Ergebnis – von einem Gemeinderat (Wörth-Befürworter) treffend formuliert „reine Verarsche“. Wer kooperieren will, muss bereit sein, Macht zu teilen. Wer Vertrauen halten will, muss sensibel, offen und kompromissbereit sein. Gewählt zu sein reicht im Jahr 2012 bei Weitem nicht mehr aus. Schade nur für Nürtingen: eine zweite Chance am Wörth ist nicht erkennbar – stattdessen rückt eine knappe Mehrheit im Gemeinderat immer noch weiter ab.

Leserbriefe

Was sagt die Bibel zur pflanzlichen Ernährung

Arabella Unger, Frickenhausen. Zum Leserbrief „Vernünftig ernähren mit hochwertigem Fleisch“ vom 1. Dezember. Es wird behauptet, dass aus der Bibel hervorgehe, dass man immer schon Fleisch gegessen habe. Anders steht es jedoch im ersten Schöpfungsbericht (1. Mose 1, 30–31), nämlich dass Gott…

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