Leserbriefe

Wahl zwischen Pest und Cholera

22.02.2011, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Hartmut Schewe, Aichtal-Neuenhaus. Zum Artikel Guttenberg verzichtet vorerst auf den Dr.“ vom 19. Februar. Anfangs fand ich Zu Guttenberg – obwohl der Union noch nie nahestehend – auch recht überzeugend mit seinem entschlossenen und bestimmten Auftreten. Mehr und mehr störte mich jedoch, dass bei seinen Auftritten niemals ein Zögern, ein Nachdenken zu beobachten war. Als hätte er sämtliche Weisheiten der Welt mit Löffeln gefressen und könnte diese in Sekundenbruchteilen abrufen. Mittlerweile erinnert er mich in seiner nassforschen Art eher an den Unteroffizier Himmelstoß aus dem Anti-Kriegsroman „Im Westen nichts Neues“. Auch der dünkte sich mehr zu sein als seine Untergebenen, auch der versagte grandios, als er das leisten musste, was er von seinen Rekruten immer verlangte. So wie jetzt Zu Guttenberg – den manche inzwischen schon „Kopier-Karle“ nennen – sowohl nach dem Bombenangriff auf den Tanklastzug bei Kundus als auch jüngst in der Gorch-Fock-Affäre und erst recht jetzt in eigener Angelegenheit eine denkbar schlechte Figur machte und macht. Ob „Google-Berg“, wie andere sagen, in seiner Dissertation gefälscht oder erstaunlich schlampig gearbeitet hat, ist dabei zweitrangig. Im ersten Falle hätte er sich ausgerechnet in einer juristischen Doktorarbeit straffällig gemacht, im zweiten wäre er des zuverlässigen und korrekten Arbeitens unfähig. Denn unter den inzwischen fast hundert Verdachtsfällen sind einige, die auch bei größter Zurückhaltung als nachgewiesen gelten müssen. Wer weiß, wie viele noch dazukommen. Aber auch das ist mittlerweile unwichtig.

Es bleibt trotz der Unschuldsvermutung also nur die Wahl zwischen Pest und Cholera. Und das bei einem Bundes-Verteidigungsminister, der sehr viel Verantwortung für junge Soldaten und gegebenenfalls auch für unbeteiligte Zivilisten trägt. Es ist an der Zeit, dass der „Hoppla-jetzt-komm-ich-Minister“ mal wieder jemanden von seinen Pflichten entbindet. Dieses Mal keinen Schiffskommandanten, sondern sich selbst.

Leserbriefe

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