Leserbriefe

Währungsunion nicht länger haltbar

01.09.2011, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Ulrich Deuschle, Notzingen, Kreisvorsitzender der Republikaner. Zum Artikel „Union probt den Aufstand gegen Merkels Euro-Kurs“ vom 23. August. Die politisch Verantwortlichen von CDU, SPD, FDP und Grünen hatten bei der Einführung des Euros den Bürgern versichert, dass die gemeinsame Währungsunion weder eine Haftungs- noch eine Schuldenunion würde. Jedes Land müsse seine Verschuldungsprobleme selbst lösen. Deshalb wurde auch die No-Bailout-Klausel im Maastrichtvertrag rechtsverbindlich festgelegt.

Nun zeigt sich, dass den Bürgern damals etwas versprochen wurde, was nicht eingehalten wird. Der Euro hat sich im Gegensatz zur Mark als „Schönwetterwährung“ entpuppt, wie von den Republikanern und von mir persönlich schon 1995 mit heute bestätigten Argumenten vorhergesagt. Ein Rettungsschirm jagt den andern. Die handelnden Politiker werden von den Finanzmärkten regelrecht getrieben beziehungsweise vorgeführt. Die Europäische Zentralbank kauft in dreistelliger Milliardenhöhe weitgehend wertlose „Schrottanleihen“ von Schuldnerstaaten auf und verliert dadurch ihr letztes Vertrauen.

Die sogenannten Eurobonds sind ein direkter Weg in eine Haftungs- und Transferunion. Der deutsche Steuerzahler würde jährlich zwischen 33 und 41 Milliarden Euro Zins-Mehrkosten bezahlen müssen, wie das Münchner Ifo-Institut in diesen Tagen ausgerechnet hat.

Die fleißigen Bürger in Baden-Württemberg wären künftig doppelt belastet. Erstens nämlich als Hauptzahler im deutschen Länderfinanzausgleich und zusätzlich in weit größerem Maße in einer europäischen Transferunion. Diese Belastung kann auch ein wirtschaftsstarkes Land kaum verkraften. Wo bleiben hier eigentlich die „Wutbürger“? Gibt es einen Ausweg aus diesem Dilemma? Die Währungsunion in der heutigen Form ist nicht länger haltbar und auch nicht verantwortbar. Ein weiteres Durchwursteln mit immer neuen Rettungspaketen kostet viel Geld und füllt nur die Taschen der Finanzindustrie. Der langjährige Präsident der amerikanischen Zentralbank, Allen Greenspan, hat erst vor wenigen Tagen geäußert, dass er mit einem „Auseinanderbrechen“ des Euros rechne.

Als Volkswirt schlage ich eine geordnete Aufteilung des gemeinsamen Währungsgebietes in zwei oder drei Währungszonen vor; etwas vereinfacht in einen Süd- und einen Nordeuro. Die Länder im Südeuro, wie Griechenland, Portugal, Spanien und Italien, müssten dann ihre Währung um mindestens 30 Prozent abwerten, um ihre Wettbewerbsfähigkeit zu verbessern und um wieder „auf einen grünen Zweig zu kommen“. Der gemeinsame Europäische Binnenmarkt, der wichtig für Unternehmen und Arbeitsplätze ist, kann auch mit mehreren Währungszonen existieren.

Leserbriefe

Hochwasserschutz in Neckartailfingen

Sebastian Kurz, Neckartailfingen. Zum Artikel „Mit höheren Einnahmen Schulden getilgt“ vom 4. Oktober. Dem Artikel habe ich entnommen, dass der Gemeinderat zum wiederholten Mal den mangelnden Hochwasserschutz in der Gemeinde Neckartailfingen kritisiert und die Verwaltung zum Handeln aufgefordert…

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