Leserbriefe

Vorgefasste Meinung

29.10.2008, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Karin Bauer, Großbettlingen. Zum Artikel „Keine Chance für die Schrankenöffnung“ vom 24. Oktober. Beim Lesen des Berichtes gewann ich den Eindruck, da hat sich ein Politiker wieder einmal am Schreibtisch eine Meinung gebildet und weicht vor Ort nicht von seiner Meinung ab. Hätte Herr Scholl seine Hausaufgaben gemacht, wüsste er, dass die Straße jahrzehntelang Durchgangsstraße war. Die Schlesierstraße war in beiden Richtungen befahrbar und wurde seither baulich nicht verändert beziehungsweise verkehrsberuhigt. Jetzt soll es ein Problem sein, die Straße als Einbahnstraße zu nutzen. Es gibt an jeder Straßenbaustelle gelbe Markierungsstreifen, mit denen man die Fahrbahn einteilen könnte, sodass noch genügend Platz für die Radfahrer bliebe. Die Anwohner des Enzenhardts müssten dann eben auch über die B 313 ins Enzenhardt einfahren, über den gesperrten Feldweg machen das ja jetzt schon viele. Ebenso gibt es an Baustellen mobile Ampeln, die man einsetzen könnte, das wäre aber meines Erachtens unnötig. Besser wäre es, wie es in anderen Ortschaften auch gemacht wurde, ein absolutes Halteverbot für die paar Wochen einzuführen. Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg.

Es geht mir nicht darum, dass den Anwohnern des Enzenhardts eine (Verkehrs-) Last aufgebürdet wird, sondern um gleiches Recht für alle. Genau genommen dürften ja sonst die Gegner der Öffnung keine Umleitungen, die durch Wohngebiete führen, befahren. Wenn man weiterliest, spricht Herr Scholl den Eltern des Enzenhardts die Kompetenz ab, ihre Kinder verkehrstechnisch richtig zu erziehen. Früher fuhr der Bus direkt am Kindergarten und am Spielplatz Enzenhardtplatz vorbei und es passierte gottlob nichts, denn auch wir hatten und haben Angst um unsere Kinder.

Menschenleben sind nicht verhandelbar, das steht außer Frage. Aber wenn Herr Scholl solche Aussagen macht, sollte er sich darüber im Klaren sein, dass dies für alle Umleitungsstrecken gelten muss. Ich denke weder in Neckarhausen, Frickenhausen, Tischardt, Raidwangen, Großbettlingen oder sonstwo sind Menschenleben verhandelbar. In Raidwangen führt die Umleitung direkt am Kindergarten und der Grundschule vorbei, ohne besondere Sicherungsmaßnahmen. Und auch bei uns in Großbettlingen muss nach den Ferien der größte Teil der Grund- und Hauptschüler die Umleitungsstrecke Bempflinger Straße, Nürtinger Straße und Albstraße ohne besondere Sicherung überqueren. Unsere Tochter geht auch in die Grundschule und wir wurden auch kein halbes Jahr vorher informiert und ich unterstelle jetzt einfach, dass alle Eltern Angst um ihre Kinder haben. Jedes Unfallopfer ist ein Opfer zu viel, in dem Punkt weiß ich genau, wovon ich spreche! Wenn man das Staupotenzial entzerrt und verteilt, ist die Gefahr eines Unfalls nicht mehr ganz so groß. Aber wie gesagt, gegen eine vorgefasste Schreibtisch- Meinung ist man machtlos, und so können wir, die anderen Gemeinden, nur hoffen, dass wir von einem Schicksalsschlag verschont bleiben.

Leserbriefe

Hochwasserschutz in Neckartailfingen

Sebastian Kurz, Neckartailfingen. Zum Artikel „Mit höheren Einnahmen Schulden getilgt“ vom 4. Oktober. Dem Artikel habe ich entnommen, dass der Gemeinderat zum wiederholten Mal den mangelnden Hochwasserschutz in der Gemeinde Neckartailfingen kritisiert und die Verwaltung zum Handeln aufgefordert…

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