Leserbriefe

Vor Jahren noch andere Meinung

21.03.2013, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Gerhard Jakob, Neckartenzlingen. Zu den Leserbriefen „Aus dem Zusammenhang gerissen“ und „Kleine Anlagen sind das Problem“ vom 9. März. Naturschutz ist nicht jedermanns Sache. Noch weniger mögen es die Leute, wenn sie mit Streitigkeiten von Naturschützern behelligt werden. Nach der Definition des Bundesnaturschutzgesetzes dient Naturschutz jedoch der dauerhaften Sicherung der Leistungs- und Funktionsfähigkeit des Naturhaushalts und die Naturschutzverbände sind per Gesetz in die Abläufe eingebunden. Der Öffentlichkeit kann es daher nicht völlig egal sein, wie die Entscheidungsfindungsprozesse bei den Naturschutzverbänden ablaufen. Es sei mir daher gestattet, nochmals auf die gegen meine Ausführungen gerichteten Leserbriefe zurückzukommen. Ich beschränke mich dabei auf die an der Erms geplanten Kleinkraftwerke.

Zunächst möchte ich darauf hinweisen, dass es vor rund fünfzehn Jahren schon einmal Pläne gab, an den heute geplanten Standorten Kraftwerke zu errichten. Damals tagte der Arbeitskreis der Naturschutzverbände, das „ANU“ (Aktionsbündnis Natur- und Umweltschutz), in sechs- bis achtwöchigem Turnus. Die Teilnehmer an diesen Besprechungen vertraten mehrere zigtausend Einwohner des Kreisgebiets. Es gab Diskussionen und Abstimmungen. Örtliche Vertreter der Naturschutzverbände wurden vom Sprecher, dem Vorgänger von Karl-Heinz Frey, gezielt angesprochen. All das gab es bei Karl-Heinz Frey nicht mehr. Damals also waren geplante Kleinkraftwerke an der Erms schon einmal Tagungsthema und ich erinnere mich sehr gut daran, dass damals die Meinung vorherrschte, dass die Pläne nach Abwägen allen Fürs und Widers zu akzeptieren seien.

In der aktuellen Situation habe ich mich selbstverständlich auch mit meinem Landesverband rückgekoppelt. Da der jetzige Investor sich auch bereit erklärte, die Kosten der Fischtreppe zu übernehmen, war auch er der Meinung, dass die Bauwerke eine ökologische Verbesserung gegenüber dem jetzigen Zustand darstellen und daher zu akzeptieren seien. Entgegen der Behauptung von Karl-Heinz Frey, ich sei zur Mitarbeit an der aktuellen Stellungnahme aufgefordert worden stelle ich fest, dass ich in die Erstellung der Stellungnahme nicht eingebunden war.

Noch kurz zum Doldenmilchstern. Herrn Richters Informant kann unmöglich von meinem Verband kommen, sonst würde ich ihn kennen. Im Übrigen: Alle Gartenfreunde wissen, dass man die Brutzwiebeln des Doldenmilchsterns jeden Herbst massenhaft kaufen kann. Mit so einer Pflanze kann man keine Naturschutzpolitik machen!

Leserbriefe

Expertenwissen oder Menschenverstand?

Rudolf Pfaff, Wendlingen. Zum Artikel „Eidechsenexperte hält Umsiedlung für schwierig“ vom 11. August. Das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen – die umgesiedelten Eidechsen sind nach einem Jahr verschwunden. Diese undankbaren Wesen verschmähen offenbar die vom BUND für sie eigens…

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