Leserbriefe

Von Messlatten und Veteranen

27.10.2016, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Helmut Weber, Aichtal-Neuenhaus. Zu „Seehofer will 2017 eines seiner Ämter aufgeben“ vom 17. Oktober. Manche Länder, nehmen wir Bayern, sind so schön, dass Bürger ihr Gedankengut wie eine Wagenburg an Grenzen setzen, um sauber zu bleiben. In diesen Gegenden Deutschlands gelten Fremde mit falscher Hautfarbe als Gefahrengut, wenn sie vor heimatlichen Türen stehen. Solche Stilattacken lösen zwar einen Mechanismus aus, nämlich die Kennzeichnung von Zugängen mittels Kreuzen, doch halten sie die Impertinenz von Eindringenden nicht immer ab. Erfahrene Volksvertreter beginnen deshalb rechtzeitig mit Phase zwei. Feind-Sympathisanten im eigenen Schutzbereich werden unter Quarantäne gestellt, indem sie öffentlich als Kollaborateure gebrandmarkt werden.

Die berüchtigte schwarze Messlatte ist dabei in alpinen Regionen ein gern geübtes Werkzeug zur Klärung des ansässigen Reinheitsgrades. Sympathisanten außerhalb des Landes erfahren bei Schlachtruf schon mal das Messer am Hals, selbst wenn dabei alte Seilschaften ins Wanken kommen oder Herzblut fließt. Stacheldraht und Grenzposten sind dann leider die letzten Interventionen, auch unter bayerisch grundgesetzlichen Verhältnissen.

Verschleißerscheinungen unter solchen Bedingungen werden bei politischen Hardlinern mit Verbissleistungen beziehungsweise deren Unverträglichkeit mit neuen Situationen immer Personalwechsel, auch in Form von Verzichtserklärungen, nach sich ziehen. Die so Weggelobten bevölkern dann gern Reservate in Brüssel oder in weniger spektakulären Bereichen. Nachdem ein bemerkenswerter Trump-Sprachstil politische Reife erreicht hat, und das erfolgreich, sind jetzt lungenstarke Nachfolger, die Schatten alpiner Schlachtenrufer, bereits hörbar in den Startlöchern. Diese Art Sprachaufrüstung wird uns noch viel Spannung schenken. Endlich tragen sinngeschärfte Diskussionsteilnehmer ihre unterschiedlichen Meinungen – bei hochgekrempelten Ärmeln – wieder mannhaft aus. Gefühlsweckung wie zu Zeiten des Klassenkampfes! Man darf sich freuen – Demokratie erhält Farbe!

Leserbriefe

Inklusion geht auch friedlich

Sabrina Kiefer, Oberboihingen, Mutter eines Kindes aus der Klasse 4b der Kirchrainschule Oberboihingen. Zum Artikel „Es knirscht im Gebälk“ vom 26. November. Ich bin Mutter eines Integrationskindes und bin sehr froh, dass es Integration beziehungsweise Inklusion gibt, denn mit dieser Hilfe kann…

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