Leserbriefe

Von Klimaleugnern einlullen lassen?

01.06.2015, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Klement Giesel, Grafenau. Zum Leserbrief „CO2: Wir reduzieren und China produziert“ vom 9. Mai. Allem Anschein nach ließ sich Herr Schweickhardt von der weltweiten Gruppe der sogenannten Klimaleugner einlullen. Man findet sie auch als Klimaskeptiker im Internet mit ihren scheinbar wissenschaftlichen Beweisen. Im Jahr 2010 kommt eine Großstudie des Wissenschaftsmagazins PNAS zu dem Schluss, dass die kleine Zahl dieser Forscher über deutlich weniger Expertenwissen verfügen als diejenigen, die diesen Forschungsansatz (Klimawandel durch Menschenhand) bestätigen. Klimaskeptiker würden zwar auch versuchen, Hypothesen auszuhebeln, aber ihnen fehle die Fachkompetenz, die dabei gemachten Fehler zu erkennen. Stattdessen betonen sie einfach weiterhin ihre nicht belegbaren Behauptungen.

Zu den Angriffen der Klimaleugner haben im Jahr 2010 255 US-Wissenschaftler, darunter elf Nobelpreisträger, einen offenen Brief „Der Klimawandel und die Integrität der Wissenschaft“ in der führenden wissenschaftlichen Zeitschrift Science veröffentlicht. Aber Herr Schweikhardt plädiert für „weiter so“ mit Kohle, Erdöl und Erdgas. Ihn interessiert offensichtlich auch nicht, dass die Kohlekraftwerke neben dem CO2-Ausstoß (für jede erzeugte Kilowattstunde Strom ein Kilogramm CO2!) auch jedes Jahr mehrere Tonnen hochgiftiges Quecksilber und weitere Giftstoffe durch die Schornsteine weitflächig verteilen.

Zum Vergleich: Eine Kilowattstunde PV-Strom belastet die Umwelt (durch die Produktion der Anlage) nur mit 70 Gramm CO2. Herr Schweickhardt malt das Schreckgespenst „grün-sozialistische Diktatur“ an die Wand. Ist ihm entgangen, dass nahezu alle Staaten dieses Planeten von der Gefahr des Klimawandels überzeugt sind und – wenn auch in unterschiedlicher Intensität – Schritte dagegen unternehmen? Ist ihm entgangen, dass Windkraft und Fotovoltaik in aller Welt einen Zubau-Boom verzeichnen? Vorne dran China und die USA. Seine Behauptung, durch erneuerbare Energien ginge unser Wohlstand kaputt, ist aus der Luft gegriffen und bedarf einer nachprüfbaren Erklärung seinerseits. Denn selbst die EU-Kommission kam 2014 zu dem Ergebnis, dass uns Kohlestrom weit teurer kommt als erneuerbare Energien, weil die Gesellschaft alle Umwelt- und Gesundheitskosten tragen muss. Doch ungeachtet der volkswirtschaftlichen Logik unterwirft sich unsere Bundesregierung dem Diktat der Fossile-Energie-Lobby und deckelt den Ausbau der erneuerbaren Energien.

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