Leserbriefe

Vom Wutbürger zum Mutbürger?

21.03.2013, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Monika Stoitzner, Nürtingen. Zum Artikel „Klares Votum: Bahn darf Stuttgart 21 weiterbauen“ in der Nürtinger Zeitung vom 6. März. Am 12. Dezember 2012 wurde durch Herrn Kefer verkündet, dass Mehrkosten von 2,3 Milliarden Euro beim Projekt Stuttgart 21 anfallen. Die Kostenlawine war am Tag zuvor nicht benannt. Die Bahn hält am Bau fest, da sie sich vertraglich verpflichtet hat und „wegen der Reputation (guter Ruf)“. Sie will 1,1 Milliarden alleine zahlen wegen selbstverschuldeter Fehler. Die drohenden Kostenrisiken von 1,2 Milliarden (1200 Millionen) Euro sollen auf die Projektpartner verteilt werden.

Am Dienstag, 5. März, werden in Berlin im Aufsichtsrat 2 Milliarden Euro Mehrkosten durchgewunken, die notfalls bei den „Projektpartnern“ eingeklagt werden sollen. Jetzt wird erst mal gebaut, damit man nicht mehr zurück kann. Minister Ramsauer will die Kosten auf die Fahrpreise umlegen. Irgendwie muss das Geld ja reinkommen.

Die dummen Armen schlucken das schon. Sie haben auch die Preisanhebung wegen der angeblich gestiegenen Energiekosten geschluckt, obwohl die Preise an der Börse gefallen sind. Die Armen schlucken auch, dass immer mehr Menschen trotz Vollerwerbsarbeit noch Hartz IV beantragen müssen. Gleichzeitig verdienen sich Arbeitgeber eine goldene Nase auf Kosten der Allgemeinheit. Der Armuts- und Reichtumsbericht wird geschönt und frisiert. Wir sind spitze. Der Etikettenschwindel bei Lebensmitteln wird verharmlost. Kein Grund zur Sorge, die Grenzwerte werden eingehalten. Die Energiewende soll gigantische Kosten verursachen. Wir müssen sparen. Wir müssen den Gürtel enger schnallen. Aber fünfzig Prozent aller Haushalte haben nur noch weniger als ein Prozent des Nettovermögens, da ist nicht viel mit sparen und engerschnallen.

Bitte keine Neiddebatte! Uns geht’s gut, sagen die Politiker, sagen die Arbeitgeber, sagen die Reichen, sagen die „Klugen“. Mit Stuttgart 21 geht’s uns noch „guter“ von wegen der Infrastruktur, den vielen neuen Arbeitsplätzen, der Wirtschaft, der städtebaulichen Aufwertung, den neuen Wohnungen und Einkaufsmöglichkeiten, dem tollen neuen weißen Bahnhof, der wunderbaren Zukunft.

Was bleibt? Aus den Wutbürgern müssen Mutbürger werden. „Wir sind das Volk“ skandieren die Menschen montags in Stuttgart und da geht es eben schon lange nicht mehr nur um einen Bahnhof!

Leserbriefe

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