Leserbriefe

Volksabstimmung zu Stuttgart 21

23.09.2011, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Jürgen Klein, Unterensingen. Wann hat es dies einmal gegeben, dass der Bürger bei großen Entscheidungen mitreden durfte? Nach anfänglichem Kriegsgeschrei haben nun auch die Tunnelparteien CDU und FDP den Weg frei gemacht für die Bürgerabstimmung. Dieses Ereignis ebnet nicht nur den Weg, für oder gegen S 21 zu sein, sondern es ebnet vielleicht auch den Weg, in der Zukunft mitreden zu können. Die Ohnmacht gegenüber der Politik würde kleiner! Am Wahltag sein Kreuz zu machen und danach den Mund zu halten, davon haben wohl sehr viele Bürger, nicht nur die grünen Wähler, die Nase voll!

Aber wie soll man nun entscheiden? Von den meisten Befürwortern hört man eigentlich immer die gleichen Sätze: „Ha, en neuer Bohhof isch doch ebbes Guats, oder?“ Fragt man weiter nach, dann kommt vielleicht noch der Satz: „Jetzt isch scho ogfange“. Aber reicht diese Argumentation wirklich aus? Dabei ist es doch so leicht, sich über die wahren Gründe für oder gegen dieses Mammutprojekt zu informieren. Da gibt es das Internet, die Zeitung, Fachvorträge und so weiter, um sich ein klares Bild der tatsächlichen Lage zu verschaffen. Der Bahn und der Politik alleine kann man nicht vertrauen, diese glänzten in der Vergangenheit nicht gerade durch Transparenz.

Die Bahn hat mit Werbesprüchen versucht, das Volk zu überzeugen, aber man wurde das Gefühl nicht los, dass wichtige Dinge verschwiegen wurden. OB Schuster wurde diese Woche auf dem Marktplatz in Stuttgart gefragt, wie man sich das vorzustellen hat, wenn ein Politiker Verantwortung übernimmt? In der Regel tritt dieser bei gemachten Fehlern – falls er ertappt wird – zurück, und das war es dann auch schon mit der Verantwortung. Das finanzielle Risiko, den ganzen Irrweg in Stuttgart zu bezahlen, hat nur der Steuerzahler! Die Schwaben sind ein Volk der Denker und Rechner, wenn es um das Geldausgeben geht. Für sinnlose Dinge wird eigentlich kein Geld ausgegeben.

Die verschuldeten Euroländer um uns herum sollten uns doch Warnung genug sein, was passiert, wenn man über seine Verhältnisse lebt. Jetzt wird bereits die Rente mit 69 durchgerechnet, für Schulsanierungen und Straßenbau ist kein Geld mehr da, und jetzt sollen Milliarden in einen unsinnigen Bahnhof gesteckt werden, der gerade so viel leistet wie der alte und Erweiterungen in der Zukunft unmöglich sind! Das kann es nicht gewesen sein. Deshalb informieren und dann entscheiden! Frankfurt 21, München 21 wurde von schlauen Leuten abgelehnt! Deshalb, jetzt die Notbremse ziehen!

Leserbriefe

Hochwasserschutz in Neckartailfingen

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