Leserbriefe

Viele offene Fragen

04.04.2014, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Julia Rieger, Nürtingen. Zum Artikel „Grünes Licht für Biergarten am Neckar“ vom 3. April. Im Verwaltungsausschuss wurde die Vergabe an eine Außengastronomie besprochen und entschieden.

Der ursprüngliche Auftrag – nämlich die Prüfung, ob eine Außengastronomie an der Fischtreppe und unter fördernder Berücksichtigung der Aktionen der FKN und anderen Kulturtreibenden möglich ist, wurde auf den Gastronomen Robert Ruthenberg übertragen. Dem Ausschuss hat es vollkommen gereicht, dass Robert Ruthenberg mit seinem guten Namen und Erfahrungen im Gastrobereich sich empfohlen hat. Es wurde jedoch in keiner Weise klargestellt, wo genau er die 250 Gäste gleichzeitig unterbringen möchte.

Die Vermutung liegt nahe, dass er es selber auch nicht weiß, denn seine ursprüngliche Planung einer sicherlich attraktiven Außengastronomie aus dem Jahr 2006 bezieht sich auf einen Bereich, den es seit der Fischtreppe nicht mehr gibt.

Den Realitätssinn, den manche der Gemeinderäte gerne zitieren, um richtungsweisende und nachhaltige Visionen als „Träumereien“ abzustempeln, ist in diesem Fall meiner Ansicht nach sträflich vernachlässigt worden. Das „lauschige Plätzchen“ an der Fischtreppe, an dem sich die Menschen gerne aufhalten, wird gar nicht mehr lauschig sein, wenn sich die 250 bis 500 Leute auf 280 Quadratmetern inklusive Verkaufsstände drängen. Es sei denn, das Konzept greift auf mehr Quadratmeter zurück als beschrieben – nämlich auf dem Vorplatz der FKN, auf dem die Kulturaktionen der Arbeitsgruppe Melchior-Areal geplant sind. Aufgabe der Stadtverwaltung ist nun, der möglichen Verdrängung der Kunst und Kultur im Genehmigungsverfahren entgegenzutreten.

Überhaupt wird das Genehmigungsverfahren erst die eigentliche Prüfung sein: Die Fördergelder für die Fischtreppe und das umgebende Gelände schränken einige Fantasien ein; Hochwasserbestimmungen legen fest, dass Bauten und Mobiliar innerhalb von 3,5 Stunden abgebaut werden müssen; Pachtzins, Konzessionen, Menge der geforderten Parkplätze, Auflagen des Wirtschaftskontrolldienstes – alles noch völlig unklar und hätte im Vorfeld geklärt werden müssen.

Die Unprofessionalität der ausschreibenden Stelle (Stadtmarketing) zahlt der Gastronom. Es werden jetzt erst einmal sechs Wochen ins Land gehen, bis der Bau der Überdachungen beginnen kann. Bis dahin kann man schon ein Bier trinken – an den vorhandenen Biergärten links und rechts des Neckars. Und gespannt sein, wie Robert Ruthenberg die Herausforderungen meistert, eine attraktive Sommergastronomie an einer Stelle zu platzieren, die nachmittags schattig ist, den Fahrradweg tangiert und nicht nur den Lärm des Neckars, sondern auch der B 313 erträgt sowie sich wirtschaftlich rechnet. Von dort kann man dann den Baufortschritt der Gebäude am Wörth wunderbar beobachten. Die Schokoladenseite bekommt damit einen bitteren Geschmack.

Ich wünsche Herrn Ruthenberg und der FKN viel Erfolg bei ihren jeweiligen Vorhaben und freue mich auf einen attraktiven Sommer.

Leserbriefe

Überhört Herr Grabitz kritische Stimmen?

Kai Hansen, Nürtingen. Zum Artikel „EU droht Milliardenklage wegen Pflanzenschutzmittels“ vom 11. November. Der Journalist Markus Grabitz gewährt dem weltgrößten Glyphosat-Hersteller Monsanto auf Seite eins der Wochenendausgabe der Nürtinger Zeitung eine prominente Bühne und betreibt zudem deren…

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