Leserbriefe

Verzicht auf weiche Standortfaktoren

16.02.2011, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Pit Lohse, Nürtingen. Zum Artikel „FKN-Areal: Gemeinderat gibt sich Zeit“ vom 10. Februar. Wie die Verwaltung und auch der größte Teil des Gemeinderates mit der FKN umgeht, das war eigentlich die schallende Ohrfeige an die Bürger der Stadt, die Studierenden, die Lehrkräfte, die Vorstände und Freunde und Förderer, aber auch an die Lebensqualität und Atmosphäre, die für viele Menschen das Salz in der Suppe ist. Gut ausgearbeitete Fakten und Zahlen sucht man vergeblich, kein tragfähiges Konzept, keine transparenten und verlässlichen Strukturen. Innerhalb einer Stunde erhält der Zuhörer eine Wechseldusche. Absolut kein Geld mehr bei der FKN, dann die Aussage, die Stadt stehe recht gut da. Von einer Nullverschuldung im Jahr 2010 wird gesprochen, sogar von Rückzahlungen der Kredite. Dann erfolgt die Kaltdusche. In 2011 sieht es verheerend aus. Und wie abgesprochen kommt der Stadtkämmerer zu Hilfe und verweist auf den doch so dringenden gewinnbringenden Verkauf des Wörthareals, ohne den der Haushalt in 2011 zusammenbricht.

Die Diskussion um die FKN wird von gewinnbringenden Vermarktungsideen geleitet. So will man ihnen erst mal kündigen. Sie können sich ja wieder bewerben, zusammen mit den anstehenden Investoren. Man könnte lachen über diesen Treppenwitz, wenn es nicht so traurig wäre.

Mit welchen Botschaften wird hier gearbeitet? Neuinvestitionen in den Hochwasserschutz, sofort und dringend notwendig, sind finanzierbar. Eine notwendige Substanzerhaltung eines Gebäudes und die damit verbundene Planungssicherheit und Neuausrichtung einer Kunstschule mit 150 000 Euro bricht der Stadt das Genick.

Weicher Standortfaktor, auch dieser Begriff fiel bei der Kandidatenvorstellung. Ich habe den Verdacht, dass eine Bilanzierung des weichen Standortfaktors wie des Stadtentwicklungskonzepts Fremdwörter in der Verwaltung und beim Gemeinderat sind. Die Kirchheimer und die Fellbacher haben hier ihre Hausaufgaben schon längst gemacht, denn sonst würden sie nicht mit Kusshand die FKN aufnehmen wollen. Die OB aus Kirchheim, Frau Matt-Heidecker, war auf unserem Gelände der Alten Seegrasspinnerei. Ihr Interesse galt dem Zusammenspiel und -wirken von Kunst, Kultur, Kinder- und Jugendarbeit, Familie, Ökologie und Dienstleistungsbetrieben. Ihr O-Ton, die Stadt wisse gar nicht, was sie hier für Perlen hat. Na, eine hat sie wohl so gut wie verloren.

Bangen können jetzt der Club Kuckucksei, das Kinderhaus und die Wiwawuschels. Vielleicht verkauft man das Haus an einen Investor bei der Überplanung des „Greinerareals“. Das bringt mehr Geld, denn auch dort müssen die Häuser mal saniert werden. Besteht denn keine moralische Verpflichtung gegenüber den jahrzehntelang eingebrachten ehrenamtlichen wie auch monetären Leistungen der Akteure?

Leserbriefe

Die USA und der Strafgerichtshof

Hartmut Schewe, Aichtal-Neuenhaus. Zu den Artikeln „USA drohen Richtern mit Einreisesperren“ und „Bundeswehr in Syrien“ vom 11. September. Dass Richter und Strafverfolgungsbehörden von Drogenkartellen, Mafiosi und in Bananenrepubliken bedroht werden, ist nichts Neues. Völlig neu ist jedoch…

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