Leserbriefe

Verweis auf die Schublade

07.02.2019, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Peter Lohse, Nürtingen. Zum Artikel „Klares Konzept oder Wahlkampf“ vom 31. Januar. Als NT 14 den Antrag auf Ausarbeitung eines Strategieplans zur Bindung von Studenten an die Stadt gestellt hat, lag die Klausurtagung von Gemeinderat, Stadtverwaltung und Verwaltungsspitze in Schwäbisch Gmünd nur wenige Tage zurück. In eindrucksvollen Beiträgen wiesen dort der OB aus Gmünd sowie seine Amtsleiter darauf hin, wie wichtig eine klare und transparente Haltung der Stadt für die Zufriedenheit der Bürger und ihre Bindung an die Stadt sind.

Schwäbisch Gmünd hat in Verwaltung und Rat darüber diskutiert, wie man sich hin zu einer Studentenstadt entwickeln kann. Denn dass die jungen Leute einer Stadt guttun, steht außer Zweifel. Mit dem Slogan „Gute Argumente für den Erstwohnsitz“ ging Schwäbisch Gmünd daran, mit einem Offensivangebot die 3500 Studenten an die Stadt zu binden. Öffentlichkeitsarbeit, Aktionen, Anreize, Anschreiben bis hin zum Klingelputzen (15 Studenten in einer Woche) führten dazu, dass immer mehr Studenten ihren Erstwohnsitz nun in Schwäbisch Gmünd haben und sich aktiv am städtischen Leben beteiligen.

Im Gegensatz dazu geht Nürtingen mit dem NT-14-Antrag anders um: formales Abarbeiten dieses Themas durch die Verwaltung – „haben wir mal vor x Jahren gemacht und hat nicht funktioniert“ – uninteressant – „ist wohl nur dem Wahlkampf geschuldet“, „habe mal nachgefragt“ und, und, und. Dies alles sind stagnierende oder rückwärtsgewandte Antworten und lassen keinerlei Visionen oder neue Ideen zu.

So bleibt nur der Verweis auf die Schublade. Man muss Schlimmes befürchten, wenn jedes sachlich aufgerufene Thema einfach in Schwarz oder Weiß einsortiert wird. Und mit dem Argument „Wahlkampf“ versucht man sich die Legitimation dafür zu besorgen, sich mit dem Thema einfach nicht zu beschäftigen und es abzuwerten.

Es sollte uns allen zu denken geben: Wenn nur ein Hotelbau am Neckar wie auch das Zupflastern des Uferbereiches für viele Gemeinderäte und auch Teile der Verwaltung Innovation bedeuten und sie dies mit der Zukunft dieser Stadt verbinden, dann lässt sich nicht viel mehr bewegen und ein Teil der Stadt bleibt selbst weiterhin in der Schublade.

Leserbriefe

Nürtingen sollte die Chance nutzen

Maike Pfuderer, Stuttgart. Zum Artikel „Neckarufer-Bebauung auf Eis gelegt“ vom 14. Februar. Mit großer Freude las ich vom Beschluss des Gemeinderats, sich doch wieder auf die Seite der Bürger zu stellen und den Platz auf dem Melchior-Areal bis auf Weiteres so zu belassen. Investoren sind eben…

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