Leserbriefe

Verunglimpfung des Bürgermeisters

25.10.2012, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Daniela Kühfuß, Großbettlingen. Zum Artikel „Biogas: Die Fronten sind verhärtet“ vom 19. Oktober. Jürgen Gerrmann zieht die Aussage des Großbettlinger Bürgermeisters tatsächlich in Zweifel. Das hat es noch nicht gegeben, dass ein Berichterstatter, der eigentlich neutral und sachlich sein sollte, sich zu so etwas herablässt. Ein böses Gschmäckle, zumal Bürgermeister Fritz lediglich sagte, Umweltminister Untersteller habe ihm bestätigt, dass dies eventuell nicht der einzig mögliche Standort sei.

Aussage von Herrn Gerrmann im Bericht, Herr Untersteller bestreite, mit unserem Bürgermeister über mögliche Alternativen geredet zu haben, dann hat er auch nicht über Alternativen geredet, sondern genau diesen Satz geäußert, wie schon so viele, die nicht verstehen können, warum dies der einzig mögliche Standort ist. Ich verbitte mir als Großbettlinger Bürger eine solche Berichterstattung, die man eigentlich sofort wegen Verleumdung zu Gericht tragen sollte. Das Nürtinger Rathaus hat sich in puncto Fairness ohnehin nicht mit Ruhm bekleckert und muckt jetzt auf, wenn sich andere dem Verhalten anpassen. So wie man in den Wald hineinschreit, so hallt es auch wieder heraus.

Man muss darüber nachdenken, ohne Dollarzeichen in den Augen, wie sinnvoll diese Biogasanlage ist. Der richtige Weg, um auf die steigenden Umweltschäden und Ressourcenknappheit zu reagieren, ist laut Professor Dr. Peach von der Universität Oldenburg die Postwachstumsökonomie. Ein Wirtschaftssystem, das zur Versorgung des menschlichen Bedarfs nicht auf Wirtschaftswachstum angewiesen ist, sondern sich durch Wachstumsrücknahme auszeichnet. Das bedeutet, weniger Land verbauen, Lebensmittel einsparen, zurück von der Quantität zur Qualität. Hätte sich der Nürtinger Oberbürgermeister diesen Vortrag von Herrn Professor Dr. Peach, aus Anlass des Jubiläums der HfWU Nürtingen, mal besser angehört.

Die Tendenz geht zurück zu kurzen Wegen der Lebensmittel, regionale Produkte stehen im Vordergrund. Die Verantwortlichen sollten sich fragen, ist es Bio, wenn kurze Wege der Herstellung forciert werden und dann 150 Kilometer gefahren wird, um diese Lebensmittel zu entsorgen? Ist es ressourcenschonend, wenn alle Mülltonnen, die aus 150 Kilometer Umkreis angekarrt werden, mit teurem und immer knapper werdendem Trinkwasser gereinigt werden müssen. Es gibt bereits Technologien, die einfachere Wege zur Energiegewinnung und Entsorgung von Lebensmittelresten aufzeigen. Hinterlässt das nicht „nachhaltig“ ein Gschmäckle, wenn eine große Firma ohne Rücksicht auf Verluste einfach entscheidet, was aus Land und Leuten und Grundstückswerten wird? Wir brauchen alternative Energieformen und wir werden unser Land dafür opfern müssen, keine Frage, aber dann bitte mit einer durchdachten zeitgemäßen Anlage und mit Planungsbeteiligung der Bürger.

Leserbriefe

Wir brauchen Parteien, die Mut machen

Patrik Müller, Beuren. Zum Artikel „Die DNA der früheren CDU“ vom 15. September. Frau Kosova kann man zu ihrer gelungenen Integration in Deutschland nur gratulieren. Ich kann allerdings überhaupt nicht nachvollziehen, wie sich eine aus Usbekistan stammende Frau mit jüdischen Wurzeln, die in…

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