Leserbriefe

Vertritt Politik die Chemiekonzerne?

21.05.2016, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Lydia Hofstadt, Erkenbrechtsweiler. Zum Artikel „EU will Ackergift länger zulassen“ vom 13. Mai. Hier wird man den Eindruck nicht los, dass die EU-Kommissare und Parlamentarier, die bekanntlich fürstlich entlohnt werden, die Interessen der Chemiekonzerne vertreten. Nachdem in Europa die landwirtschaftlichen Flächen immer weniger werden, sei es durch Wohn- oder Straßenbau, werden die verbleibenden Ackerböden durch Düngung, Ackergift, genverändertes Saatgut und intensiven Pflanzenschutz ausgebeutet. Diese ganze Chemie reichert sich im Boden an und vergiftet auch das Grundwasser, das vielfach auch als Trinkwasser genutzt wird. Das Bienensterben wird sich fortsetzen und unsere vielfältige Vogelwelt wird weiter reduziert.

In dem Artikel „25 000 Liter Milch sind möglich“ vom 6. April konnte man lesen, dass die Genetiker dabei sind, Designer-Kühe zu schaffen, die viel Milch geben und gleichzeitig auch genügend Fleisch ansetzen. Dieses wird nur durch eine intensive Fütterung mit Kraftfutter aus dem Ausland und Tierbetreuung mit viel Arzneimitteln möglich sein. Durch die Ausbringung der Gülle dieser Tiere auf die Äcker und Wiesen werden die Böden weiter belastet und vergiftet. Das ist ein Kreislauf, dem endlich Einhalt geboten werden muss, jedoch sieht unsere unfähige Regierung, insbesondere der Landwirtschaftsminister, keine Notwendigkeit einzugreifen. Die Discounter überbieten sich mit dem Verramschen hochwertiger Lebensmittel. Dabei trägt der Verbraucher weitgehend Schuld an dieser Entwicklung. Ohne darüber nachzudenken, wie ein Hähnchen, das für 2,95 Euro bratfertig angeboten wird, gelebt hat und wie viel Arzneimittelrückstände in seinem Fleisch noch enthalten sind, wird es gekauft. Das gilt auch für Rind- und Schweinefleisch, Hauptsache es ist billig, Aufzucht und Haltung sind Nebensache.

Den Fernsehanstalten empfehle ich, anstatt massenweise Krimis zur besten Zeit zu senden, Aktuelles und Informationen wie zum Beispiel im WDR Magazin Westart live (leider erst um 22.40 Uhr).

Da wurden Schweine- und Putenställe gezeigt, in denen die Tiere eng zusammengepfercht leben mussten und wie den kleinen Ferkeln ohne Betäubung die Schwänze und Hoden abgeschnitten wurden. Es ist entsetzlich, dass Menschen zu so etwas fähig sind. Diese unsägliche Massentierhaltung und diese schreckliche Quälerei muss endlich verboten werden. Den Bauern muss für ihre Produkte ein entsprechender Preis bezahlt werden, wobei den Biobauern ein satter Aufschlag geboten werden muss, sodass sich deren Aufwand und Mehrarbeit lohnt und damit es einen Ansporn zur Umstellung von der konventionellen Landwirtschaft darstellt.

Leserbriefe

Die Stomleitung in den Boden verlegen

Reinmar Wipper, Nürtingen. Zum Artikel „Wohnungsbau im Gewann Wasserfall“ vom 13. Juli. „Zur Hochspannungsleitung halten wir dabei gebührend Abstand“, meint Stadtplanerin Schreiber bei der Vorstellung der Wohnbaupläne am Schelmenwasen. Diese Maßeinheit bedarf einer Präzisierung: Was ist…

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