Leserbriefe

Vertrauen schaffen auf beiden Seiten

04.12.2014, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Walter Günther, Neckartailfingen. Zum Artikel „Kanzlerin rechnet mit Putins Ukraine-Politik ab“ vom 27. November. In einer Abfolge von Propagandaberichten soll der deutschen Öffentlichkeit immer wieder eingetrichtert werden, wie angriffslustig Herr Putin sei. Man frägt sich: wer hat in Deutschland – außer unseren Politikern – eigentlich Angst vor Russland? Würde man dies auf der Straße fragen, käme mit Sicherheit ein Nein. Trotzdem werden absichtlich Ängste geschürt. Diese kommen dann aber eher daher, dass die Handlungsweise der EU, besser gesagt der Nato, den Menschen in Europa nicht mehr vertrauensvoll genug erscheint. Die EU selbst befindet sich in erodierendem Zustand und hält nicht mehr das, was prognostiziert wurde. Schwindendes Vertrauen in den Euro und die Arbeitsplatzsicherheit, zunehmende Verschuldung fast aller Länder.

Die Menschen glauben nicht an eine Bedrohung und deshalb auch nicht an den Sinn der Nato-Aufrüstung in den noch relativ neuen Grenzstaaten der EU wie Estland, Lettland, Litauen, Rumänien und Polen. Genauso wenig glaubwürdig ist die geplante Raketenaufstellung in Polen gegen den Iran. Beides betrachtet Herr Putin als gegen ihn gerichtet.

Unsere Politiker sollten sich mal auf seine Seite stellen. Dann würde sich plötzlich die Perspektive ganz anders darstellen. Deutschlands ureigenstes Anliegen sollte doch sein, beste Verbindungen zu Russland zu pflegen, so wie es von Kohl und Gorbatschow bei der Wiedervereinigung vorgelebt wurde. Dazu gehört allerdings das Schaffen von Vertrauen, ohne das sich auch die Ukrainesituation nicht lösen lässt. Bedrohungen, Beschimpfungen und Sanktionen bewirken absolut nichts! Nur Nachteile auf beiden Seiten.

Etwas mehr Fantasie und Bereitschaft auch mal zum Nachgeben, gerade auch bei den sogenannten christlichen Politikern, wäre mehr als hilfreich. Das große, unbezwingbare Russland mit seinen Bodenschätzen kann nur Vorteile bringen, auch als gewaltiger Absatzmarkt für unsere Hightech-Produkte. Wegen der Ukraine kann man sich solche Aussichten nicht verscherzen. Ein baldiges Arrangement mit Herr Putin sollte unser oberstes und wichtigstes Ziel sein!

Leserbriefe

Nürtingen für die Enkel und Urenkel

Reinmar Wipper, Nürtingen. Zum Artikel „Freie Wähler plädieren für Investorenwettbewerb am Neckar“ vom 20. Juli sowie einigen anderen Veröffentlichungen dieser Tag.

Ich gehe bald auf die achtzig zu. Sollen Weib, Kinder und Enkel sagen, am besten kommt der Alte gleich ins Heim? Denn wenn er…

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