Leserbriefe

Versäumtes kann man problemlos nachholen

15.01.2014, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Pit Lohse, Nürtingen. Zum Leserbrief „Risiko für Stadt darf nicht grenzenlos sein“ vom 11. Januar. Thaddäus Kunzmann und Matthias Hiller beziehen sich auf den Leserbrief von Michael Maile, dem sie zustimmen, dass es nicht zielführend sei, einfach so „weiterzuwurschteln“ wie gehabt. So wie die Stadträte Hiller und Kunzmann ihre Sicht zum Melchiorareal nun darstellen, ist es aber genau so ein Weiterwurschteln. Es wird nicht die Chance ergriffen, sich mit den bisher vorgestellten Impulsen auseinanderzusetzen, um die Ideen, was auf dem Areal am Neckar entstehen könnte, aufzunehmen und in einer breiten Öffentlichkeit zu diskutieren. Man bleibt am Alten hängen, von Weitblick keine Spur. So gibt es in ihrer Wahrnehmung nur eine Kunsthochschule, die es zu bedienen gilt, und der seit Jahrzehnte auf der Wunschliste der Jungen Bürger stehende Biergarten könnte nun wenn schon nicht an der Kreuzkirche dann wenigstens am Neckar entstehen.

Weder Matthias Hiller noch Thaddäus Kunzmann haben den Kontakt zu der Arbeitsgruppe Kunst-, Kultur- und Bildungszentrum gesucht noch haben sie sich mit den Plänen und Vorstellungen der Arbeitsgruppe auseinandergesetzt. So hätten sie wohl auch mitbekommen, dass eine Außenbewirtschaftung durch eine professionelle Gastronomie geplant ist.

Dass man grundsätzlich Zahlen hinterfragen soll, ist Aufgabe des Gemeinderates. Wenn jedoch das Hinterfragen auf eine persönliche Beleidigung abzielt, dann ist dies ein Skandal und so nicht hinnehmbar. Das sahen an der besagten Gemeinderatssitzung die anderen Fraktionen genauso und haben ihr Veto eingelegt. Das wird auch nicht besser, wenn man nun versucht, dies anders darzustellen. Auch die zehn Millionen Euro sollte man so platt nicht in den Raum stellen, ohne dem Leser genügend Hintergrundfakten mitzuliefern – die den Rahmen eines Leserbriefes sprengen. So entsteht genau der Eindruck, dass hier ein Weiterwurschteln durch Polarisierung und Emotionalisieren erfolgen soll. Die Chance an der nächsten Gemeinderatssitzung ist, den Verkauf auszusetzen und der Verwaltung und sich selbst einen Arbeitsauftrag zu geben: mit den Bürgern zu erarbeiten, wie zukünftig das Areal unter Einbeziehung möglichst aller Aspekte für die Zukunft aussehen könnte. Das, was man versäumt hat, kann man problemlos jetzt nachholen.

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