Leserbriefe

Versachlichung der Debatte

12.02.2008, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Eugen Schnell, Nürtingen. Zum Artikel Stadt drängt auf Versachlichung der Debatte vom 6. Februar. Auf dem Großen Forst wird bald ein riesengroßes Gebäude stehen, wenn wir uns von der Stadtverwaltung zu einer Versachlichung der Debatte bringen lassen. Mache ich mir den Standpunkt der Verwaltung zu eigen, dann ist alles ganz einfach: Die Stadt Nürtingen bietet einem Großunternehmen die Möglichkeit, ein Gebäude im Großen Forst mit vier sichtbaren Ecken und acht Kanten zu erstellen. Dieses neue Gebäude schafft 100 Arbeitsplätze. Wer kann da etwas dagegen haben? Es ist aber nicht immer alles nur einfach, denn jede Sache hat zwei Seiten.

Es erhebt sich die Frage, wessen Sache nützt dieser große Bauquader im Großen Forst vor allem? Sicher nicht den Landwirten, die mit dem Boden dort derzeit ihr Ein- und Auskommen haben. Eher denjenigen, die schon Milliardenumsätze machen und hier günstigstes Bauland bekommen. Unser gewähltes Stadtoberhaupt hat in geheimen Verhandlungen lange Zeit den Investor nicht genannt. Diese Geheimhaltung sollte wohl der Sache nicht schaden. Seiner Sache und der des Investors. Wenn also nur der Verhandlungspartner zunächst eine Geheimhaltung wollte, dann wäre jetzt eine Aufklärung über das Warum der Sache dienlich. Unser unter anderem auch von mir gewähltes Stadtoberhaupt könnte am ehesten zu einer Versachlichung der Debatte beitragen, wenn er sich für einen Bürgerentscheid in Sachen Großer Forst ausspricht. Ein solcher Entscheid drückt aus, dass ein Anliegen von sehr vielen Bürgern in Nürtingen und Umgebung ernst genommen wird.

Je mehr ich mich mit dieser Sache beschäftigt habe, umso mehr entstand bei mir der Verdacht, dass der kleine Bürger aber nicht ernst genommen wird oder gar mit dem Schlagwort Versachlichung mundtot gemacht werden soll. Sind nicht die Banken in der Stadtmitte ein Zeugnis dafür, wie das Gesicht einer Stadt an Ausstrahlung verlieren kann, wenn man Stein- und Glasquader in das Innere der Stadt setzt? Wir die Nachfahren von denen, die diese Bausünden aus Stein- und Glasquadern hingenommen beziehungsweise genehmigt haben haben jetzt eine Gelegenheit, uns zu wehren. Ich tue dies mit diesem Leserbrief. Nach der Bebauung des Großen Forstes mit einem Riesenquader kann ich dann nämlich nur noch jammern und bestenfalls sagen, dass ich diesem Stadtoberhaupt und auch der bisher von mir gewählten Fraktion bei der nächsten Wahl nicht mehr meine Stimme gebe. Aber zurzeit wünsche ich mir nichts mehr als eine Emotionalisierung der Debatte, um zu verhindern, was schon fast wie eine beschlossene Sache aussieht.

Leserbriefe

Verkehrsprobleme werden nicht gelöst

Raimund Popp, Nürtingen. Zum Artikel „Der Sieger kommt aus der Schweiz“ vom 20. September. Bevor die Umsetzung der Bahnstadt beginnt, muss der Kreuzungsknoten beim Amtsgericht nachweislich gelöst werden. Eine kleine Übersicht zum Plan der Bahnstadt: alle östlichen Häuser direkt an den…

Weiterlesen

Weitere Leserbriefe Alle Leserbriefe