Leserbriefe

Verärgert über Behördenwillkür

19.05.2018, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Sandra Kern, Großbettlingen. Zum Artikel „Bauherren müssen viele Hürden nehmen“ vom 15. Mai. Auch die Baurechtsabteilung im Esslinger Landratsamt macht derzeit dem Bauherren, in meinem Fall besser gesagt der Bauherrin, das Leben schwer! Schlagwörter im Bericht, wie „Die Lust am Bauen sinkt“, „zeitaufwändig“ oder „reine Schikane“ spiegeln genau das, was ich die letzten knapp acht Monate erlebt habe. Eine lange Geduldsprobe für den Bau eines einfachen Häuschens.

Die Vorgehensweisen beim Landratsamt ließen meine Glaubwürdigkeit und meinen Respekt gegenüber den verantwortlichen Stellen mit zunehmender Wartezeit sinken. Schriftliche Bestätigungen vom Amt, freundliche Worte auf Anrufbeantwortern und automatische E-Mail-Rückmeldungen zum Bauantrag klangen gut, stellten die Bauherrin zu Anfang erst einmal ruhig. Doch letztendlich waren es leere Worthülsen, die nicht eingehalten wurden. Man ließ sie lange „im Regen“ stehen. Drei Monate lang geschah offensichtlich gar nichts. Spätere telefonische Erkundigungen waren sinnlos und nicht erwünscht.

Absprachen, wenn sie das Glück hatte durchzukommen, wurden trotz mündlicher, verbindlicher Zusage, selbst mit fachkundiger Unterstützung, an anderer Stelle wieder widerrufen. Paragrafen scheinen wirklich Auslegungssache zu sein. Zwischendurch wurden Mitarbeiter krank, hatten Urlaub, eine Vertretung gab es nicht. Stellungnahmen von zwingend anzuhörenden Stellen wurden anstatt zu Beginn erst zum Schluss eingeholt. Prompt gab es Einwände und Auflagen wegen neuer Vorschriften. Unverständnis bei Architekt und Bauberater. Planänderungen waren gefragt. Beim Amt ging das Prozedere von vorne los, das Baugesuch wanderte wieder vom einen Schreibtisch auf den anderen. Alle Erfordernisse waren erfüllt, damit sollte es schnell gehen – so dachte man. Es vergingen noch einmal Wochen, bis alles schriftlich niedergelegt war, abgezeichnet, abgestempelt. Die Bauherrin durfte dann endlich – nach knapp acht langen Monaten – ihren „roten Punkt“ um teures Geld auf der Gemeindeverwaltung abholen. Eine große Belastung in meiner derzeitigen Situation, der entstandene finanzielle Schaden genauso wie die verlorene Zeit. Ich fühlte mich also auch, wie im Artikel von Thomas Braun erläutert, einer absoluten Will-kür des Baurechtsamtes ausgesetzt. Menschen mit ihren individuellen Anliegen, meist in veränderten Lebenssituationen, werden konfrontiert mit veralteten und umständlichen Arbeitsweisen, machtlosen Mitarbeitern und einem Dschungel von geballter, übertriebener Bürokratie. Auf dem Landratsamt genauso wie auf dem Amtsgericht, dem Standesamt, dem Finanzamt oder dem Grundbuchamt. Trotz der Hürden behalte ich meine Zuversicht und bin dankbar, vielleicht bald mit meinen Kindern, Hund und Kater in meinem Häusle wohnen zu dürfen.

Leserbriefe

Die Herren machen sich selber lächerlich

Andreas Melcher, Frickenhausen. Zu den Leserbriefen „Die Asylpolitik ist aus dem Ruder gelaufen“ und „Spott und Hohn statt Argumente?“ vom 21. Februar. Ich möchte dieser Aussage zustimmen. Denn das „Ruder“ bestand lange darin, den Menschen jegliche Integration zu verwehren. Ihnen wurde sogar…

Weiterlesen

Weitere Leserbriefe Alle Leserbriefe