Leserbriefe

Ursachen sind Krieg, Not und Verfolgung

31.10.2014, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Dr. Valentin Schoplick, Schlaitdorf. Zum Leserbrief „Im Christentum verwurzelt“ vom 18. Oktober. Auch ich habe die finsteren Jahre Deutschlands (ab 1933) erlebt. Von den Polen ausgewiesen, kamen wir mit einem Handwagen nach Leipzig und wurden dort aufgenommen. Natürlich gab es Probleme und Widerstände, aber trotzdem fanden viele Millionen in unserem Land eine neue Heimat, und das zu beiderseitigem Nutzen in einer armseligen Zeit. Nun wird man sagen: „Das waren ja auch Deutsche“, aber ist dieses Argument heute noch angebracht?

Wir leben gewohnheitsmäßig mit vielen Ausländern zusammen. Sie sind aus unserem Leben (und aus unserer Wirtschaft) nicht mehr wegzudenken. Besonders Stuttgart und auch unser Ort Neckartenzlingen haben viel für die Integration von Ausländern und, um korrekt zu sein, von Deutschen mit Migrationshintergrund, getan. Wenn ich im Fernsehen die Riesenflüchtlingslager zum Beispiel in Jordanien oder im Libanon sehe, schäme ich mich für manche Äußerungen in Leserbriefen. Es ist ja weniger unser Wohlstand, der die Menschen anzieht, wie Frau Hofstadt meint, sondern Krieg, Not und Verfolgung veranlassen viele, den äußerst gefährlichen Weg über das Meer zu wagen. Damit kommen auch Menschen zu uns, die sich etwas zutrauen, und die uns vielleicht später guttun werden. Schon heute sieht die Industrie in ihnen oft erwünschte Arbeitskräfte. Und es dürfen ja nicht alle bleiben (siehe Bundesratsbeschluss).

Natürlich weiß ich, dass es Probleme gibt, dass die Gemeinden oft an ihre Grenzen stoßen, wenn sie Unterkünfte schaffen sollen. Und natürlich kostet es auch Geld. Aber wofür geben wir nicht sonst Geld aus? Es gibt teure, fragwürdige Großprojekte, Nahrungsmittel landen oft auf dem Müll (wie in der Nürtinger Zeitung vom 4. Oktober diskutiert), um nur einiges zu nennen. Natürlich müsste die gesamte Asylproblematik, vor allem vom Bund, neu geregelt werden (Kostenverteilung und so weiter).

Nun hoffe ich, dass niemand vorschlägt, ich solle doch einen Container auf meinem Grundstück aufstellen. Aber zur Mithilfe bin ich bereit.

Leserbriefe

Die Gutmenschen und die Bundesregierung

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