Leserbriefe

Unten bleiben: Die Zukunft des TVU

22.03.2013, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Christian Hiergeist, Unterensingen, Fußballabteilungsleiter TV Unterboihingen. Der TV Unterboihingen steht vor einer der wichtigsten Entscheidung in seiner über 120-jährigen Vereinsgeschichte. Seit Anfang letzter Woche läuft die Abstimmung über den Verbleib auf dem zum Teil vereinseigenen Sportgelände am Neckar beziehungsweise die Auslagerung in den Sportpark Im Speck, am anderen Ende der Stadt. Trotz Hauptversammlungen, Infoveranstaltung und Berichte in der örtlichen Presse haben die vielen Gespräche in den letzten Tagen gezeigt, dass zahlreiche Mitglieder unzureichend oder sogar falsch über die Vorteile eines Verbleibs beziehungsweise die Nachteile einer Auslagerung informiert sind.

Als Fußballabteilungsleiter muss ich an dieser Stelle nochmals ausdrücklich unterstreichen, dass vor allem die Fußballer des TVU mit großer Mehrheit ihre Zukunft auf dem Sportgelände am Neckar sehen. Unserer festen Überzeugung nach sprechen die Vorteile klar für einen Verbleib am Neckar: Zwei nagelneue Rasenplätze und ein von der Stadt Wendlingen neu erbautes Sozialgebäude mit Umkleiden und Duschen. Plätze und Gebäude werden auch am Neckar von der Stadt als öffentliche Sportanlage betrieben und unterhalten. Zudem hat der TVU die Möglichkeit, ein Vereinsheim nach seinen Vorstellungen zu bauen. Hierfür bekommt der TV Unterboihingen von der Stadt einen entsprechenden finanziellen Zuschuss.

Der TVU hätte am Neckar auch in Zukunft eine kompakte, dann zudem auch neue Sportanlage der sehr kurzen Wege. Kein Sportpark, in dem Zuschauer und Sportler teilweise erst mal mehrere Hundert Meter zu den Sportplätzen und auch Toiletten zurücklegen müssen. Am Neckar bleibt der TVU unabhängig und vor allem eigenständig. Eine mögliche Vereinsfusion wäre bei einem Verbleib quasi ausgeschlossen. Dass eine Auslagerung des TVU in den Speck die Stadt Wendlingen mehrere Hunderttausend Euro mehr kosten würde als der Verbleib am Neckar, kam meines Erachtens in den letzten Wochen auch viel zu kurz. Die wohl wichtigste Frage, die einen Großteil der Vereinsmitglieder beschäftigt, liegt gerade im finanziellen Bereich. Kann sich der TVU einen Verbleib im Stadtteil Unterboihingen leisten? Ja, er kann, und der Sportverein mit derzeit rund 1500 Mitgliedern muss aus heutiger Sicht hierfür keine Schulden machen. Bei einem Verbleib am Neckar bliebe zudem auch das Grundstück zum Großteil im Eigentum des TVU. Lediglich für den Hochwasserschutz müssten ein paar Quadratmeter an das Land verkauft werden. Der so oft propagierte finanzielle Vorteil bei einer Auslagerung resultiert letztendlich nur aus dem Verkauf des Grundstücks am Neckar. Grundstück gegen Bargeld, in der heutigen Zeit sicherlich ein schlechter Deal. Die Zukunft des Gesamtvereins und insbesondere der Fußballer des TVU liegt meiner Überzeugung nach auf dem Sportgelände am Neckar.

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