Leserbriefe

Unmoralisches Angebot

15.01.2014, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Dr. Jan Fitzner, Wendlingen. Zum Artikel „Rückzahlungen an die Patienten wären nur Peanuts“ vom 10. Januar. Wäre es so, wie der scheidende Geschäftsführer der AOK Neckar-Fils, Dieter Kress, werbend behauptet, dann wäre die Hausarztzentrierte Versorgung (HzV) der AOK ein unmoralisches Angebot. Denn die Hausarztverträge, so Kress, führten zu einer besseren Versorgung der AOK-Patienten. Demgegenüber halte ich fest: Wir behandeln alle Menschen nach bestem Können gleich gut und praktizieren keine Zwei-Klassen-Medizin zugunsten von AOK-Patienten, denn das wäre unmoralisch.

Aber das ist nicht die einzige AOK-Werbung, die es zurückzuweisen gilt. Denn auch unsere ärztliche Fortbildung ist, anders als es die AOK-Broschüre suggeriert, kein Verdienst der AOK. Fortbildung betreiben wir Ärzte alle – auch ohne AOK – regelmäßig, denn dazu sind wir bereits von der Ärztekammer verpflichtet, die unsere Teilnahme auch kontrolliert. Und die Zeit, die wir uns für unsere Patienten nehmen können, bestimmt sich direkt aus dem jeweiligen Aufwand für das medizinische Problem und aus der Anzahl der Patienten, die heute noch zu uns möchten, und nicht aus der Kassenzugehörigkeit. Denn es ist falsch, was die AOK in ihren Broschüren behauptet, dass ihre Verwaltung so wenig aufwändig wäre, dass sie Zeit für Patientenbehandlung freisetzen könnte.

Wiederum unmoralisch wäre es, entsprechend der AOK-Werbung einem HzV-Patienten schnell einen Termin einzuräumen, während Nicht-Eingeschriebene mit ihrem Fieber oder Schmerz vertröstet würden. Die Terminvergabe richtet sich nach medizinischen Kriterien, nicht nach Kassenvertrag. Und lesen wir weiter bei der AOK: Versorgung chronisch Kranker vor Ort – als gäbe es das nicht bei allen Kassen. Oder: Wartezeit beim Arzt 30 Minuten (ohne Verzögerungen durch Notfälle) – als wäre das nicht juristisch empfohlene Richtzeit ohnehin. Mit was für Federn die AOK sich nicht so alles schmücken möchte.

Leserbriefe

Überhört Herr Grabitz kritische Stimmen?

Kai Hansen, Nürtingen. Zum Artikel „EU droht Milliardenklage wegen Pflanzenschutzmittels“ vom 11. November. Der Journalist Markus Grabitz gewährt dem weltgrößten Glyphosat-Hersteller Monsanto auf Seite eins der Wochenendausgabe der Nürtinger Zeitung eine prominente Bühne und betreibt zudem deren…

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