Leserbriefe

Ungeheuerliche Unterstellung

15.01.2014, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Hans Peter Stumpp, Nürtingen. Zum Leserbrief „Risiko für Stadt darf nicht grenzenlos sein“ vom 11. Januar. Zum Inhalt ihres Leserbriefs möchte ich den Herren Kunzmann und Hiller antworten, dass in diesem Falle professionelle Sachpolitik und respektvoller Umgang anders aussehen müssten. Richtig ist, dass es kein Skandal ist, einen Bürgermeister oder eine Bürgermeisterin zu kritisieren. Aber es ist ein Skandal, wenn ein Stadtrat nicht zwischen positiver und negativer Kritik zu unterscheiden vermag. Auch ist es als skandalös und respektlos zu bezeichnen, wenn man einer Bürgermeisterin eine vorsätzliche Verhaltensweise unterstellt.

Auch bedeutet die Aussage, das „Risiko für die Stadt darf nicht grenzenlos sein“, eine ungeheuerliche Unterstellung. Nämlich die, dass es eine Seite verantwortungslos mit den Ressourcen der Stadt treibt. Weiterhin hat es mit professioneller Sachpolitik wenig zu tun, wenn die Finanzen einseitig in den Vordergrund gestellt werden. Diese Methodik wird der Suche nach einer optimalen Lösung nicht gerecht. Die Finanzen sind wichtig, keine Frage, beleuchten aber nur eine Seite. Die andere Seite ist der Gegenwert, in den Unternehmen als „return on investment“ bezeichnet, den die Stadt und ihre Bürger von der Investition haben werden, was die Stadt durch die Investition hinzugewinnt. Dafür gibt es, wie früher schon in der Nürtinger Zeitung zu lesen war, reichlich Argumente.

Nein, positive Kritik ist das alles nicht. Positive Kritik zeichnet sich dadurch aus, dass man unvoreingenommen machbare Lösungsmöglichkeiten (wie wäre es zum Beispiel mit einem Stufenplan?) zu einer bestehenden Situation erarbeitet und dann mit der Abwägung (kommt von wiegen) über das Für und Wider der einzelnen Varianten beginnt.

Negative Kritik zeichnet sich dagegen dadurch aus, dass man die Diskussion von der Sachebene in die persönliche Ebene verlagert. Dies ist der Sache nicht förderlich, weil sie darauf abzielt, jemanden zu verletzen. Darüber hinaus fehlt es mir in diesem Zusammenhang an einer mehr zukunftsorientierten Betrachtungsweise. Wenn, wie zum Beispiel im Vorschlag der Jungen Bürger, die HKT an beiden Neckarseiten – Melchiorareal und Salemer Hof – angesiedelt werden soll, und dann festgestellt wird, dass damit der Standort für Kunst und Kultur gesichert wäre, dann fehlt mir der Blick aufs Ganze. Was ist mit anderen Kultureinrichtungen wie FKN, Jugendkunstschule, Forum Türk, Provi, Kuckucksei, Kunstverein Oelkrug, die ebenfalls nach einer Neuordnung suchen? Man sieht, es bleibt noch viel zu tun. Gemeinderat und Verwaltung wären gut beraten, sich dabei keinen Zeitdruck aufzuerlegen.

Leserbriefe

Überhört Herr Grabitz kritische Stimmen?

Kai Hansen, Nürtingen. Zum Artikel „EU droht Milliardenklage wegen Pflanzenschutzmittels“ vom 11. November. Der Journalist Markus Grabitz gewährt dem weltgrößten Glyphosat-Hersteller Monsanto auf Seite eins der Wochenendausgabe der Nürtinger Zeitung eine prominente Bühne und betreibt zudem deren…

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