Leserbriefe

Um jeden Preis?

15.02.2008, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Rita Heinecke-Mergenthaler, NT-Neckarhausen. Als ich vor zirka 15 Jahren zum ersten Mal (aus dem Badischen!) nach Nürtingen kam, war ich begeistert: das wunderbare Umland, die tolle junge Altstadt, die schönen Winkel. Entsetzt war ich über die Bausünden der späten 60er-/70er-Jahre. Seit fast neun Jahren lebe ich jetzt sehr gern hier. Aber die architektonischen Verirrungen mitten in der Stadt empören mich noch immer. Ich will an dieser Stelle gar nicht spekulieren, wie die Entscheidung dafür seinerzeit zustande kam. Im Moment geschieht etwas anderes und doch weitreichend ähnliches: da will man der jetzigen und zukünftigen Generationen ein gewaltiges, viereckiges Ei ins Nest legen und ein weiteres Sahnestückchen von Nürtingens Landschaft verschandeln. Und nicht nur das: wertvolles Ackerland und ein Stück Naherholungsgebiet soll vernichtet werden. Ich finde es richtig, wenn eine Stadt bemüht ist, Industrie anzusiedeln und damit Arbeitsplätze zu schaffen. Aber um jeden Preis? Und was sind das für Arbeitsplätze? Wie will man die betroffenen Landwirte entschädigen? Mit einem Hilfsarbeiterjob im Lager der Firma Boss? Auf den im Großen Forst angebauten Weizen könnte man wohl noch am ehesten verzichten, denn die entstehende Versorgungslücke könnte ja demnächst der genmanipulierte Mais aus Tachenhausen schließen.

Sarkastisch? Mein Sarkasmus entspringt meiner Enttäuschung darüber, wie über Menschen und ihren Lebensraum verfügt wird. Enttäuscht bin ich auch von Herrn Oberbürgermeister Heirich wegen der Geheimniskrämerei. Bislang schätzte ich an ihm seine Bürgernähe. Das kann er eigentlich nur mit einer öffentlichen Anhörung wieder halbwegs gutmachen. Oder noch besser mit einem Bürgerentscheid.

Denn wie sich Nürtingen und sein Umland entwickeln, geht alle etwas an, nicht nur den OB und den Gemeinderat. Dem OB und seinen Stadträten möchte ich noch einen Sinnspruch von Laotse mit auf den Weg geben: Verantwortlich ist man nicht nur für das, was man tut, sondern auch für das, was man lässt. In diesem Sinne hoffe ich auf ihre kluge Entscheidung.

Leserbriefe

Was sagt die Bibel zur pflanzlichen Ernährung

Arabella Unger, Frickenhausen. Zum Leserbrief „Vernünftig ernähren mit hochwertigem Fleisch“ vom 1. Dezember. Es wird behauptet, dass aus der Bibel hervorgehe, dass man immer schon Fleisch gegessen habe. Anders steht es jedoch im ersten Schöpfungsbericht (1. Mose 1, 30–31), nämlich dass Gott…

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