Leserbriefe

Ultrarechter Senf und rote Köpfe

20.02.2016, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Reinmar Wipper, Nürtingen. Zu den Artikeln „Ein unterhaltsamer Schlagabtausch“ und „Alle in einer Schule? Oder doch nicht?“ vom 17. Februar. Seitenlange Ausführungen, aber keine neuen Einsichten für den Leser. Jeder Landtagskandidat bekennt sich zu seinen bereits bekannten Ansichten. Darf man indessen mehr verlangen, wenn der Pfeffer fehlt? Wenn sowohl einer Wahlveranstaltung als auch einem Meinungsspektrum ein Frühjahrsschnitt verpasst wird, der Omas Apfelbäumen hinterm Haus zur Ehre gereichte? Nachdem alle angeblich überflüssigen Triebe gestutzt worden sind?

Es ist wesentlich wahrscheinlicher, dass nach dem 13. März nicht die alten vier, sondern sechs Parteien im Landtag vertreten sein werden. Denn so offen war das Rennen noch gar nie. Weil aber das alte Stadion – sprich: die alte Denke – nur vier Bahnen hat, lässt man auch nur vier Läufer an den Start.

Warum solche Kaffeesatzleserei? Warum ein Retroblick im Stil einer Gartenpostille, Jahr für Jahr Tomate und Stangenbohne? Wo doch neue Pflanzen wachsen, in allen Farben und mit unterschiedlichem Nährwert und Würzkraft. Seit wann nimmt sich eine Tageszeitung aus der journalistischen Verantwortung? Warum lässt man den Vertreter der neuen Ultrarechten seinen Senf nicht öffentlich aus der Tube drücken? Und warum stößt man den Kandidaten der wirklich Roten vor den Kopf, indem man ihn erst gar nicht einlädt? Sind das die alten Reflexe des Herrn McCarthy, der nach dem Krieg in den USA Kommunisten gejagt hat? Was heute noch in den Köpfen mancher Konservativen zuckt: Links ist gaaaanz, gaaaanz böse!

Es fehlte auf dem Podium einer, der immerhin Nürtinger Kreis- und Regionalrat ist und im Nürtinger Gemeinderat seit 20 Jahren Kommunalpolitik zum Wohle der Bürgerschaft gemacht hat. Ein anderer Kandidat aber, mit ähnlichen Meriten, darf jedoch mittun, obwohl er für eine Partei antritt, gegen die er vor zwei Jahren noch Kommunalwahlkampf gemacht hat.

Solche Fragen müssten auch in der Gartenlaube interessieren. Falls sie nicht ganz mit rostigen Nägeln vernagelt ist.

Leserbriefe

Gar kein großartiges Bahnprojekt

Klaus-Dieter Tempel, NT-Neckarhausen. Zum Artikel „Nach Wandas Taufe beginnt die Arbeit“, vom 7. Oktober. Mit großer Begeisterung der regionalen Prominenz wurden am Albvorlandtunnel die Bohrmaschinen getauft. Die Wendlinger Geistlichkeit beider großen Konfessionen hat sich für diesen Missbrauch…

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