Leserbriefe

Über Friedenspreis nur kurze Meldung

29.10.2015, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Martin Rehm, Nürtingen. Zum Artikel „Friedenspreis für Navid Kermani“ vom 17. Oktober. Am letzten Sonntag wurde in der Frankfurter Paulskirche im Beisein von Spitzen aus Gesellschaft und Politik der Friedenspreis des Deutschen Buchhandels an den deutsch-iranischen Schriftsteller und Orientalisten Navid Kermani verliehen. Mit diesem Preis werden seit 1950 Persönlichkeiten geehrt, die sich für Menschlichkeit und Völkerverständigung einsetzen. Er gilt in unserem Land als eine der wichtigsten Auszeichnungen. Wie jedes Jahr fanden Laudatio und besonders die Rede des Preisträgers in den Medien große Beachtung. So auch dieses Mal, als Kermani die Zustände in der gegenwärtigen islamischen Welt anklagte und gleichzeitig auch dem Westen in eindrücklicher Weise den Spiegel vorhielt. Mit seinen Worten löste er bei den Zuhörern offensichtlich eine tiefe Betroffenheit aus. Warum berichten davon die Stuttgarter Nachrichten (Nürtinger Zeitung) in ihrer Montagsausgabe unter „Kurz berichtet“ auf Seite 18 an leicht übersehbarer Stelle und nicht auf der Titelseite? Wäre das der Meldung nicht eher angemessen?

Dort finde ich stattdessen in Großaufmachung die Geschichte vom Familienvater, der Ehefrau, Sohn und Hund tötet. Ich frage, nach welchen Kriterien und Maßstäben Artikel und Pressemeldungen Ihrer Zeitung eigentlich ausgewählt und entsprechend ihrer Wichtigkeit platziert werden?

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