Leserbriefe

Trockene Brunnen – das falsche Signal

08.06.2010, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Thomas Karger, Nürtingen. Zum Artikel „Nur einige Brunnen plätschern“ vom 2. Juni. Ist es wirklich Zizishausen allein, das protestiert, wenn Brunnen austrocknen und zugenagelt werden? Wenn sich die Stadt mit einer für alle sichtbaren Bankrotterklärung präsentiert? Derzeit fehlen in einigen Teilen Nürtingens nur noch ein paar durch die Straßen treibende Büschel Präriegras, um das Geisterstadt-Gefühl vollkommen zu machen. Genau das, was diese Stadt braucht, wenn sie Kunden und Konsumenten anlocken und sich als lebendige Kommune präsentieren will, die zu besuchen sich lohnt. Und erst die Botschaft an bauwillige junge Familien – die im Übrigen für die Infrastruktur dringender denn je benötigt werden.

Diese Stadt hat ganz andere Zeiten erlebt; viele ihrer Brunnen und Wasserspender erinnern an wirkliche Notsituationen und daran, dass niemals preisgegeben wurde, was alleine eine Stadt so viele Jahrhunderte überdauern lässt: Gemeinsinn. Dass dieses Miteinander nicht generell dem 21. Jahrhundert zum Opfer gefallen ist, zeigt ein Blick nach Schwäbisch Gmünd, wo Bürger auch schon mal 18 000 Tulpen in ihrem Stadtpark pflanzen. Einfach weil sie den Winter satt haben, wo eine alte Wallfahrtsstätte von Freiwilligen saniert wird – sogar die Toiletten wurden ehrenamtlich instandgesetzt, und wo die Vereine einen ganzen Berg zur Ausflugsstätte ausbauen. Das alles funktioniert dort, weil die Verwaltung alles nur Machbare beiträgt, nicht zuletzt durch Bürokratieabbau, wo immer dies möglich ist. Patenschaften können richtig Freude machen und eine Stadt aufblühen lassen. Auch Spender und Sponsoren finden sich. Wenn denn die Stadtspitze die richtigen Signale gibt. Brunnen trockenlegen ist sicherlich nichts, was Nürtingen in die Zukunft trägt.

Leserbriefe

Wir brauchen Parteien, die Mut machen

Patrik Müller, Beuren. Zum Artikel „Die DNA der früheren CDU“ vom 15. September. Frau Kosova kann man zu ihrer gelungenen Integration in Deutschland nur gratulieren. Ich kann allerdings überhaupt nicht nachvollziehen, wie sich eine aus Usbekistan stammende Frau mit jüdischen Wurzeln, die in…

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