Leserbriefe

Toleranz statt Terror – wie wahr!

26.11.2015, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Eugen Wahl, Nürtingen. Zu „Toleranz statt Terror“ vom 16. November. Beim Beitrag über den Auftritt des Islambeauftragten der Evangelischen Landeskirche in Raidwangen kann ich bis auf wenige Ausnahmen fast nur der Überschrift vorbehaltlos zustimmen. Seit 2008 höre und lese ich schon die Gedanken von Pfarrer Heinrich Georg Rothe und je länger, je mehr bewegen sich diese für mich auf dem Niveau von Plattheiten. Im Interesse eines gelingenden Dialogs stört mich allein schon die Betrachtungsweise von „dem Islam“ (der IS beruft sich doch auch auf „den Islam“) und „den Muslimen“ (in der Sicht von Rothe dürften zum Beispiel meine muslimischen Bekannten schon gar nicht mehr dazugehören, da sie die Rolle der verschiedenen islamischen Verbände viel kritischer bewerten als er es tut). Folgen wir dann der Spur, die der Islambeauftragte uns zu „dem Islam“ und „den Muslimen“ vorgibt, dann stellen sich mir einige Fragen.

Wie verträgt sich zum Beispiel die im Artikel zitierte „Akzeptanz gegenüber anderen Religionen“, die Rothe für „schätzenswert“ hält, mit der Tatsache, dass zum christlichen Glauben konvertierte Muslime von anderen muslimischen Flüchtlingen bedroht werden, wie ich aus eigener Erfahrung weiß! Von den tödlichen Folgen des Abfalls von der „wahren Religion“ ganz zu schweigen! Oder was hat es zu bedeuten, wenn selbst junge Muslime hierher flüchten, um ein selbstbestimmtes Leben zu führen, weil ihnen dies in ihrem islamischen Heimatland verwehrt wird.

Meine evangelische Kirche beruft sich knapp vor ihrem 500-jährigen Reformationsjubiläum auf das Erbe einer „ecclesia semper reformanda“ (für Nicht-Lateiner etwa: „die Kirche soll sich immer reformieren“), was ihr, wie man ja auch täglich vor Ort erleben kann, gewiss nicht leichtfällt – und ihre Geschichte ist ja alles andere als die spiegelbildliche Auslegung der Bergpredigt!

Aber bei den islamischen Verbänden vermisse ich jegliche kritische Reflexion ihrer eigenen Schattenseiten, die es nämlich schon lange vor dem Irakkrieg gab. Auch davon will Pfarrer Rothe anscheinend nichts wissen!

Leserbriefe

Schon vergessen? Das ist keine Alternative

Andreas Melcher, Frickenhausen. Zum Leserbrief „Postfaktisch und die Arbeit der Presse“ vom 14. Januar. Niemand muss sich wundern, dass der Begriff „postfaktisch“ mit „Lügenzeit“ gleichgesetzt wird. Genauso ist das nämlich von der Gesellschaft für Deutsche Sprache gemeint. Wer damit ein Problem…

Weiterlesen

Weitere Leserbriefe Alle Leserbriefe