Leserbriefe

Tierversuche an Affen in Tübingen

08.05.2015, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Marc Sink, Oberboihingen. Zum Artikel „Wir betreiben Grundlagenforschung“ vom 24. April. Im Tübinger Max-Planck-Institut werden Affen auf abscheulichste Weise gefangen gehalten, ihnen wird die Schädeldecke aufgesägt und eine runde Metallplatte implantiert. Dann werden sie für Versuchszwecke gequält (zum Beispiel um „Lernschwäche“ zu erforschen). Anschließend werden diese Affen getötet, um das Gehirn zu untersuchen.

Bei diesem Artikel ist das Foto von Holger Fischer mit seinem süffisanten Lächeln geradezu unerträglich, es erinnert mich an vergangene Zeiten. Er verharmlost, bagatellisiert oder redet sich die Sache passend zurecht. Was maßt sich der Mensch an? Die Natur ist sicher oft „grob und radikal“, aber wir sind doch in der Tierevolution an höchster Stelle, haben Verstand, einen Gerechtigkeitssinn, ein Sozialempfinden, sind in Kenntnis von Ethik, Moral, Recht und kennen den „kategorischen Imperativ“ von Immanuel Kant.

Alle Tiere empfinden wie wir Menschen, haben Gefühle und das Recht auf Freiheit und Leben. Nicht einmal bei der Gattung Affen, die uns doch so ähnlich sind, zeigen wir Mitgefühl, Recht und Schutz. Tiere haben keinen Rechtsanwalt und keine Lobby. Wie abstrus muss es sein, dass man „Lernschwäche“ an solchen Affen erforscht und wie überlebensnotwendig sind solche Erkenntnisse für den Menschen?

Auch von der Kirche hört man diesbezüglich sehr wenig. Obwohl Tiere auch die Geschöpfe Gottes sind, wird das grausame Vergehen und Schlachten sichtlich geduldet beziehungsweise unsere „öko-soziale“ grün-rote Landesregierung ist scheinbar auch nicht fähig, willig oder in der Lage, diese Art von Verbrechen zu unterbinden. Ganz im Gegenteil, man denkt sogar darüber nach, solche Tierversuche zu steigern.

Die Welt driftet mittlerweile völlig auseinander und unsere Gesellschaft ist seit langem von Egoismus, Narzissmus, Reichtum und von einem „Dauer-Wachstums-Wahn“ geprägt. Deshalb interessiert es kaum jemanden, wenn Tiere für die diffuse Forschung missbraucht werden.

Dennoch gibt es anerkannte Alternativen für Tierversuche (zum Beispiel die „Stammzellen-Methode“). Aber das kostet extra Geld, ist unbequem und aufwendiger. Ich schäme mich für die Gattung „Mensch“!

Leserbriefe

Die Radwegplanung nochmals überdenken

Jochen Krohmer, Unterensingen. Zum Artikel „Grünes Licht für Unterensinger Radweg“ vom 6. Juli. Vorneweg möchte ich begrüßen, dass unsere Gemeinde und der Kreis den Hochwasserschutz nicht vernachlässigen und nun auch den stark in die Jahre gekommenen Radweg sanieren. Die Vorverlegung an die…

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