Leserbriefe

Textil- und Land-Veredelung

12.02.2008, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Dieter Bopp, Nürtingen. Nun ist es ja offiziell, der Investor ist die Firma Boss aus Metzingen, die einen Gebäudekomplex mit zirka 280 x 190 x 21 m auf den braunen Acker stellen will, zuzüglich der benötigten Wege und des Parkplatzes für die Mitarbeiter. Die Stadtverwaltung und die Befürworter im Gemeinderat freuen sich, so einen großen Fisch geangelt zu haben, denken aber nicht an die Folgen, denn ein Fisch hat auch Gräten!

Es ist natürlich, dass es hier zu Interessenskonflikten kommen muss. Verwaltung und Gemeinderat sollen die Zukunftsfähigkeit Nürtingens gewährleisten, müssen andererseits aber auch prüfen, welche Belastungen dafür entstehen. Aufwand und Ertrag müssen in einem gesunden Verhältnis stehen! Das ist hier nach Meinung großer Teile der Bürgerschaft nicht der Fall!

Herr Heirich spricht immer noch von 400 Arbeitsplätzen, erwähnt aber nicht, dass die meisten davon schon belegt sind, denn es handelt sich um eine Betriebsverlagerung und keine Neugründung. Der kleine Rest sind dann neue Arbeitsplätze, deren genaue Zahl aber niemand weiß. Da wird auch kein entlassener Metabo-Arbeiter unterkommen, denn für die hier vorgesehenen Veredelungsarbeiten (zum Beispiel Einnähen von Firmen-Etiketten und so weiter) werden Frauen eingestellt auf Billigstlohn-Basis!

Und für diese wenigen Arbeitsplätze sollen wir ein neues Gewerbegebiet eröffnen, an einer exponierten Stelle, wo der geplante Riesenbau nur die Landschaft verschandelt? Und dafür (vorerst) 15 Hektar bestes Ackerland opfern und die letzten Landwirte zur Aufgabe zwingen? Junge Familien, die viel investiert haben und die die Betriebe über Jahrzehnte weiterführen! Ist das Landveredelung? Vielleicht aus Sicht der Verwaltung, aus Sicht des Bürgers nicht. Das muss nicht sein, uns tuts auch Kleidung von der Stange, ohne Boss-Etikett!

Nürtingen sollte so gescheit sein wie Wendlingen und dieses Vorhaben auch ablehnen! Beim Wettstreit zwischen Metzingen und Nürtingen treten wir gerne ins zweite Glied zurück. Eine Alternative für Boss ist in Neuhausen doch da! Oder werden wir schon von Metzingen aus regiert oder hängen wir schon an deren Tropf? Noch vor kurzer Zeit hat unsere Stadtverwaltung der Nachbarstadt vorgeworfen, sie ziehe mit den Fabrikverkäufen alles an sich und schädige die umliegenden Gemeinden. Nun will einer der Gründer dieser Fabrikverkäufe nach Nürtingen kommen und unsere Obrigkeit überschlägt sich fast! Da schüttelt der Normal-Bürger nur ungläubig den Kopf! Merke: Beim Geld hört sogar die Feindschaft auf!

Leserbriefe

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