Leserbriefe

Tempolimit und Wale

28.05.2016, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Alexander Bierig, NT-Oberensingen. Zum Artikel „Hermann will Schweizer Raser ausbremsen“ vom 20. Mai. Dass der Minister Hermann mit aller Gewalt die grüne Doktrin durchsetzen will, ist ja hinreichend bekannt. Er hat es ja bereits mehrfach versucht.

Es ist jedoch außergewöhnlich billig, gerade von einem Politiker, wenn er sich der niederen Instinkte von Menschen bedient. Hier den Neid auf andere. Die A 81 und A 96 sind nun mal die zur Schweiz führenden Autobahnen, naturgemäß fahren hier mehr Schweizer als auf der A 1 bei Hamburg. Und natürlich wird auch mehr als das vom Minister Hermann so geliebte Tempo 120 gefahren. Was spricht auch dagegen? Egal, wer fährt.

Ich verstehe nicht, wie ein Politiker, auch wenn er von den Grünen ist, sich so weit herablassen kann und den Neid oder Missgunst auf andere schüren kann. Nur um die eigenen Ideologien durchzusetzen. Ist es nicht genau das, was die Grünen der AfD vorwerfen – Benutzen von Ressentiments aus ideologischen Gründen?

Total, da darf ich meine persönliche Meinung nun leider nicht direkt ausdrücken, widersinnig ist die Aussage, dass man einen Modelversuch benötigt, um die Auswirkungen von Tempo 120 auf der Autobahn zu untersuchen.

Das ist exakt dieselbe widersinnige Aussage, mit der Japaner Wale zu wissenschaftlichen Forschungszwecken töten. Wenn der Minister die Auswirkungen untersuchen will, so kann er das problemlos in der Region Mittlerer Neckar (100 bis 120 Kilometer) oder im Kreis Heilbronn (Tempo 100) untersuchen gehen. Dort findet der von ihm gewünschte Feldversuch seit Jahren statt.

Mir ist zusätzlich nicht klar, wieso ein schnell fahrender Verkehrsteilnehmer automatisch ein Raser ist. Zum Raser kann man problemlos bei sehr geringen Geschwindigkeit werden: mit 30 durch die Spielstraße, mit 50 vorm Kindergarten durch die 30er-Zone, mit 100 durch die Stadt mit ständigen Spurwechseln.

Also ist bei der Wortwahl im Artikel „Minister will Raser ausbremsen“ entweder vom Minister selbst oder vom Artikelschreiber der Begriff „Raser“ bereits polarisierend benutzt worden.

Nein, der Versuch des Ministers, seine Ideologie in das Deckmäntelchen „Versuch“ zu packen, ist nichts anderes als das Einführen der ideologischen Geschwindigkeitsbegrenzung durch die Hintertür. So wie es bereits die anderen Politiker in seinen Aussagen erkannten.

Der Minister Hermann soll sich schämen.

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