Leserbriefe

Subventionen statt Bildung

20.02.2008, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Gerhard Schulz, Neuffen. Zum Artikel Firmen wollen auf Subventionen verzichten vom 1. Februar. Man kann es eigentlich nicht glauben: Unser Bildungssystem hat Mängel. Ideen gibt es mehr als genug, oft kümmerliche Umsetzungsversuche auch. Letztendlich scheitert es immer an einem: am Geld. Bessere Qualität gibts nicht umsonst. Jeder Verbraucher hat das längst kapiert, unsere Politiker leugnen diese einfache Wahrheit beharrlich. Die Behauptung, es sei kein Geld da, wird durch Wiederholung nicht richtiger. Und da passiert Folgendes: Die IHK bietet unseren Politikern an, doch die Subventionen für die Industrie zu streichen und in Bildung zu investieren. Von ungefähr 100 Millionen Euro jährlich ist da die Rede. Ein Freudenschrei, so müsste man meinen, geht da quer durch alle Parteien, kann man doch endlich das tun, was man angeblich schon lange getan hätte, wenn nur das Geld dazu da wäre! Mit Freude lesen wir Lehrer das: räumliche Enge, Stundenausfall, Vertretungsstunden, riesige Klassen endlich kann sich da etwas ändern.

Und dann der Schock: Unsere Politiker lehnen dankend ab. Vage Ausflüchte, offene Absagen, von Freude keine Spur! Schüler, Eltern, Lehrer, selbst viele Firmeninhaber sind fassungslos. Reitet unsere Politiker denn der Teufel, dass sie ein solches Angebot ablehnen? Die einzig denkbare Erklärung ist so peinlich, dass ich sie kaum niederzuschreiben wage. Unsere ganze Gesellschaft, vor allem auch der wirtschaftliche Erfolg in den nächsten Jahrzehnten, hängen von einem erfolgreichen Bildungssystem ab. Wenn also diese offensichtlich nutzlosen Subventionen (siehe Nokia) nur von einer Gruppe, nämlich den Politikern, verteidigt werden, sind sie dann auch die Einzigen, für die sich diese Subventionen auszahlen?

Von einem Lehrer kann ein Politiker, der in Bildung investiert, natürlich keine Gegenleistungen erwarten. Bei umsatzstarken Firmen lohnt sich das vielleicht schon eher. Nur das macht für mich das Verhalten unserer Politiker plausibel. Wenn aber jemand eine andere einleuchtende Erklärung hätte, wäre ich sehr dankbar, denn immerhin soll ich unseren Kindern im Unterricht Demokratieverständnis vermitteln.

Leserbriefe

Verkehrsprobleme werden nicht gelöst

Raimund Popp, Nürtingen. Zum Artikel „Der Sieger kommt aus der Schweiz“ vom 20. September. Bevor die Umsetzung der Bahnstadt beginnt, muss der Kreuzungsknoten beim Amtsgericht nachweislich gelöst werden. Eine kleine Übersicht zum Plan der Bahnstadt: alle östlichen Häuser direkt an den…

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