Leserbriefe

Stuttgart S 21 jetzt oder K 21 in 20 Jahren?

27.06.2011, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Fritz Doster, Frickenhausen. Obwohl es mir eigentlich egal ist, ob Stuttgart 21 gebaut wird oder nicht, kann ich nicht umhin, nach der unnötigen Geißler-Schlichtung, den Demos und den vielen Leserbriefen meine Verwunderung über die S 21-Verhinderer auszudrücken. Mich stören die Unsachlichkeit der Gegner und deren Argumente. Wahr ist doch, hier bekommt das Land die einmalige Chance, eine moderne Bahn von Stuttgart über den Flughafen bis Ulm in einem Paket „geschenkt“ zu bekommen. Bei der Abwägung von Nachteilen gegenüber Vorteilen kann ich nur ein großes Übergewicht an Vorteilen erkennen.

Nachteile sollen sein: Tod des Juchtenkäfers, Fällung alter Bäume und zu hohe Baukosten. Letzteres zahlen nicht die Demonstranten oder die Steuerzahler, sondern von insgesamt circa neun Milliarden die Bahn über 60 Prozent, Bund, Stadt/Land und EU je circa zehn Prozent (verteilt auf neun Jahre sind dies etwas über ein Prozent pro Jahr = 90 Millionen). Die Funktionsfähigkeit des modernen S 21-Bahnhofs ist machbar, ist aber ihren Preis wert.

Vorteile sind so erdrückend viele, wie milliardenschwere Investitionen in den Bahnverkehr, in die Wirtschaft, die nur Nutzen bringen, Arbeitsplätze schaffen, im engen Stuttgarter Talkessel statt toter Gleisanlagen Platz schaffen für die Menschen zum Wohnen und für Freizeit. Ohne den unterirdischen Bahnhof macht die Anbindung an den Flughafen und die Neubaustrecke Wendlingen–Ulm keinen Sinn. Aggressivität steht gegen Sachlichkeit. Es herrscht leider bei den Gegnern eine viel zu hohe emotionalisierte Ideologie, die sachlichen Argumenten vollkommen unzugänglich ist.

Nach Betrachtung dieser beiden Lager muss man feststellen, dass die S 21-Gegner dem Land Schaden zufügen und die grünen Regierungspolitiker im Begriff sind, ihren Eid, das Land vor Schaden zu bewahren, laufend zu brechen. Eine verantwortliche Regierung sollte zukunftsorientiert handeln und auch jeder Demonstrant sollte sich fragen, wenn sie das baurechtlich genehmigte Stuttgart 21 verhindern wollen: Was kommt dann? Grün ist immer noch die Farbe der Hoffnung (in die Zukunft) und Rot die Farbe des Stillstands.

Leserbriefe

Wir brauchen Parteien, die Mut machen

Patrik Müller, Beuren. Zum Artikel „Die DNA der früheren CDU“ vom 15. September. Frau Kosova kann man zu ihrer gelungenen Integration in Deutschland nur gratulieren. Ich kann allerdings überhaupt nicht nachvollziehen, wie sich eine aus Usbekistan stammende Frau mit jüdischen Wurzeln, die in…

Weiterlesen

Weitere Leserbriefe Alle Leserbriefe