Leserbriefe

Stuttgart 21 und die Nacht der Schande

23.02.2012, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Peter Främke, Neckartailfingen. Zum Artikel „Letzte Bastion soll fallen“ vom 15. Februar. Es war eine beeindruckende Nacht in Stuttgart: Tausende Menschen hatten sich in Sternmärschen zur Demonstration am Hauptbahnhof begeben und in einem vielfältigen Programm mutige und kluge Reden gehört, auch Botschaften von Walter Sittler, Konstantin Wecker und bewegende Lyrik und Musik.

Fast beglückend waren dann die Abschiedsstunden im schneebedeckten Park unter den uralten Bäumen, den Todeskandidaten. Immer mehr Menschen kamen mit Kerzen, jeder Baum wurde liebevoll mit Lichtern umgeben, an wärmenden Feuern wurde gesungen und die Musiker spielten unermüdlich ihre bekannten Melodien. Ein würdiger Abschied in Trauer von den Bäumen, die von Habgier und politischem Unverstand zum Tode verurteilt wurden. „Mein Freund, der Baum“ konnte jeder spüren, auch unter der prächtigen Blutbuche, die zum Symbol für das „Gebet im Park“ wurde. Selten haben so viele Menschen gemeinsam in der Kälte ausgehalten und eine ganze Nacht miteinander verbracht. Friedlich singend, maßlos enttäuscht, zornig, erbittert, empört. Aber auch glücklich über diese engagierte Gemeinschaft.

Um 3 Uhr begann dann die Schande dieser Nacht, als 2500 Polizisten schwer gepanzert einmarschierten im Auftrag eines grünen Ministerpräsidenten und einer grün-roten Regierung. Diese Regierung hatte nicht einmal den Mut, vorher von der Bahn Erklärungen zu dem jetzt doch nicht bestandenen Stresstest und den Mehrkosten über 4,5 Milliarden Euro zu verlangen. Wer so wenig Rückgrat hat, kann auch nicht seinen Eid erfüllen und Schaden vom Volk abwenden! Und niemand darf Polizeieinsätze zulassen, um Zerstörungen zu schützen, deren „Baurecht“ erheblichen Zweifeln unterliegt. Denn auch wir selbst brauchen Schutz durch unsere Polizei.

Deshalb leisten Menschen Widerstand gegen S 21, den Missbrauch der Polizeigewalt und das Versteckspiel hinter einer manipulierten Volksabstimmung.

Leserbriefe

Wir brauchen Parteien, die Mut machen

Patrik Müller, Beuren. Zum Artikel „Die DNA der früheren CDU“ vom 15. September. Frau Kosova kann man zu ihrer gelungenen Integration in Deutschland nur gratulieren. Ich kann allerdings überhaupt nicht nachvollziehen, wie sich eine aus Usbekistan stammende Frau mit jüdischen Wurzeln, die in…

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