Leserbriefe

Stuttgart 21 und die Mehrkosten

25.10.2012, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Marc Sink, Oberboihingen. Langsam ist es Schluss mit lustig! Wenn man sich das Dilemma am neuen Berliner Flughafen und mit der „Nürburgring-Pleite“ anschaut, dann dürfte das ein Vorgeschmack sein, was uns mit S 21 noch bevorsteht. Was die Bahn noch vor der Volksabstimmung als absurd und Quatsch dargestellt hat, ist eingetreten. Die Kostengrenze von 4,526 Milliarden ist jetzt schon ausgeschöpft! Siehe da, wer hätte es gedacht? Gerade mal ein Jahr nach der umstrittenen Volksabstimmung kommt die Bahn zu dieser Erkenntnis. Das Problem mit dem fehlenden Brandschutz beziehungsweise mit dem schlecht geplanten „Filderbahnhof“ war doch schon vor der Volksabstimmung bekannt! Dieses Kostenproblem wurde demnach aus taktischen Gründen vorher nicht kommuniziert. Wie unaufrichtig und schäbig ist das denn? Das soll nun das „beste geplante Projekt“ (laut Bahnchef Rüdiger Grube) sein?

Ich lach mich schief. Mit dem Bau wurde noch nicht einmal richtig begonnen und jetzt ist schon der Budget-Puffer ausgeschöpft. Wer die ständigen Kostensteigerungen in den letzten zehn Jahren verfolgt hat, ahnt wohl, dass es noch dicker kommen wird! Ständig hat man die Kosten nach oben korrigieren müssen. Unglaublich ist auch, mit welcher verblendeter Auffassung der Projektsprecher Wolfgang Dietrich sich vor die Presse stellt und verkündet, dass man alles im Griff hätte. Gar nichts hat man im Griff, wenn man mal hinter die Kulissen der Bahn schaut. Doch das dürfte erst der Anfang von diesem monarchischen Projektschauspiel sein. Deshalb kommen sicherlich noch ein paar weitere Milliarden Euro Mehrkosten bis zum Bauende hinzu! Wieder mal die Frage: Wer soll das bezahlen? Eine solide Berechnung sieht anders aus! Das ist Volksverdummung und Demokratiebetrug.

Jetzt soll über die Verteilung dieser Mehrkosten gesprochen werden. Die Bahn wird jetzt erst einmal alles daran setzen und weitere vollendete Tatsachen schaffen beziehungsweise mit dem Baufortschritt so weit gehen, dass eine Umkehr nicht mehr möglich ist. Erst dann spielen weitere Kosten keine Rolle mehr. Das wäre vorsätzliches Handeln, wo keiner rechtlich persönlich belangt werden kann. Aber wenn die Bahnvertreter jetzt glauben, dass sie somit die Legitimation für die Mehrkosten bekommen, dann irren sie sich! Und wenn jetzt Herr Kretschmann und Herr Nils Schmid sich den Forderungen der Bahn beugen und auch nur einen Euro an Steuergeldern für diese Mehrkosten in die Hand nehmen, dann ist das Vertrauensverlust, Verrat und Wahlbetrug am Bürger zugleich! Das Wahlversprechen vor der Landtagswahl hat anders ausgesehen!

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