Leserbriefe

Stuttgart 21 ist jetzt hoffentlich am Ende

25.01.2014, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Marc Sink, Oberboihingen. Zum Artikel „Bahn bremst beim Tunnelbau“ vom 14. Januar. Na so was, da fängt man gerade mal an für S 21 zu bohren und siehe da, bei dem ersten darüber liegenden Gebäude der Landeswasserversorgung wurde eine Absenkung von mittlerweile 9,3 Millimeter gemessen. Hierbei kam es zu Rissen und Schäden. Die Bahn reagiert (wie immer) scheinbar gelassen und gibt bekannt, dass man jetzt halt „langsamer“ bohrt.

Problem gelöst? Ich denke: Nein! Es bedarf keines Ingenieurwissens um zu begreifen, was hier noch auf uns zukommt, wenn man weiß, in welche schwierigen und gefährlichen Gesteinsformationen hineingebohrt wird. Die Kopfbahnhof-Befürworter haben jahrelang darauf hingewiesen und davor gewarnt, was sich jetzt schon nach nur wenigen Tunnelmetern bewahrheitet. Vor wenigen Wochen fand die 200. Montagsdemo gegen S 21 statt. Gott sei Dank wird immer noch gegen dieses desaströse und korrupte Bauprojekt demonstriert!

Ich erinnere mich noch, wie im Februar 2010 der offizielle Start von S 21 gefeiert wurde. Damals hatte Herr Oettinger den Bahnhof als „einen Hüttengruscht“ bezeichnet. Der Ex-OB Schuster nannte es „Gleisgewurschtel“ und für den Bahnchef Grube ist und war es ein „Schandfleck“. Wenn man bedenkt, dass S 21 künftig „ein“ Gleis weniger hat als die Bahnhöfe Bietigheim, Plochingen oder Aalen und einem dabei vorgegaukelt wird, dass man am Ende „mehr“ hätte – dafür aber noch rund acht Milliarden Euro bezahlt –, dann ist das Augenwischerei in höchster Form.

Das Turmforum am Bahnhof wird jährlich mit 400 000 Euro bezuschusst! Donnerwetter! Es soll keiner mehr „von leeren Kassen“ sprechen. Zum Demonstrationsverbot vor dem Stuttgarter Bahnhof wegen angeblicher Beeinträchtigung des Straßenverkehrs: Es ist doch nur zu verständlich, dass die Kopfbahnhof-Befürworter vor dem Corpus Delicti demonstrieren wollen.

Allerdings wird einem Pkw-Stauproblem mehr Bedeutung beigemessen als diesem „kostbaren Gut der Demokratie“. Nur zu komisch, dass es keinen interessiert, wenn jeden Tag unsägliche Züge wegen S 21 Verspätung haben oder gar ausfallen! Oder wenn die vielen „S 21-Lkws“ mit Erdaushub durch die Stadt donnern und dabei Stau, Dreck und Verkehrsbehinderungen für die mindestens nächsten zehn Jahre verursachen. Als Demokrat ist es für mich bitter und schmerzlich zu erfahren, wie hier die Rechtsstaatlichkeit faktisch ausgehebelt und benebelt wird. Mir ist aufgefallen, dass die meisten S-21-Befürworter eher selten Zug fahren und die Kopfbahnhof-Befürworter fast täglich mit der Bahn unterwegs sind.

Leserbriefe

Überhört Herr Grabitz kritische Stimmen?

Kai Hansen, Nürtingen. Zum Artikel „EU droht Milliardenklage wegen Pflanzenschutzmittels“ vom 11. November. Der Journalist Markus Grabitz gewährt dem weltgrößten Glyphosat-Hersteller Monsanto auf Seite eins der Wochenendausgabe der Nürtinger Zeitung eine prominente Bühne und betreibt zudem deren…

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