Leserbriefe

Stuttgart 21 in den letzten Zügen?

11.06.2016, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Peter Främke, Neckartailfingen. Zum Artikel „Neue Hiobsbotschaft: S21 erreicht Kostengrenze“ vom 4. Juni. Es war schon lange zu erwarten, aber jetzt liegt „Stuttgart 21“ wohl endgültig in den „letzten Zügen“. In der Tat: Es ist spannend zu lesen, wie die Bahn immer noch krampfhaft versucht, die S21-Katastrophe zu verhindern. Aber die explodierten Kosten, unhaltbaren Termine und die vielen ungelösten technischen Probleme können einfach nicht mehr verschleiert oder weggelächelt werden. „S21 erreicht Kostengrenze“ und „frühestens fertig 2023“ sind zwei späte, aber gravierende Eingeständnisse der Bahn, die auch die schweigenden „kritischen Begleiter“ wie Kretschmann, Kuhn, Hermann, Dobrindt und andere Politiker alarmieren müssten.

„Augen zu und durch“ geht nicht mehr bei Stuttgart 21. Auch Kanzlerin Merkel wird es wohl nicht wieder wagen, den Aufsichtsrat noch einmal zum Weiterbau zu nötigen, denn rechtlich einwandfreie Entscheidungen sind jetzt erforderlich. 2013 hat ihr enger Vertrauter Ronald Pofalla trotz der Kostenexplosion auf 6,5 Milliarden Euro auf dubiose Weise erreicht, dass der Weiterbau von S21 „wegen Deutschlands Geltung in der Welt“ genehmigt wurde, obwohl der „Kostendeckel“ bei 4,5 Milliarden liegt und zwei Milliarden „Mehrkosten“ immer noch nicht finanziert sind. Pofalla wurde übrigens mit einem Vorstandsposten bei der Bahn „belohnt“, einschließlich Millionen-„Vergütung“.

Wieso eigentlich Hiobsbotschaft? Es kann auch eine Erlösung sein, wenn endlich dieser S21-Alptraum beendet wird und der Umstieg auf die sinnvolle Modernisierung des vernünftigen und bewährten Kopfbahnhofs beginnen kann. Die Umstiegs-Konzepte mit einem ZOB im Stadtzentrum und sofortigem Wohnungsbau auf Flächen, die bisher – und noch für viele Jahre? – missbraucht werden für S21-Abfall-Entsorgung, wurden vom „Aktionsbündnis gegen Stuttgart 21“ bereits vorbereitet. Geld dafür steht ausreichend zur Verfügung, denn der S21-Ausstieg spart viele Milliarden, weil es bisher zwar viel Chaos, aber wenig echten Baufortschritt gibt. Es ist wirklich spannend mit dem Ende von Stuttgart 21 und der Zukunft mit der „Bahn für alle“.

Leserbriefe

Hotel und Biergarten – aber kein Betonbunker

Alfred Schmidt, Nürtingen. Zum Artikel „Hotel mit Biergarten am Neckar“ vom 18. Mai. Ich stimme Herrn Raimund Braun (NT 14) voll zu, wenn er die Architektur des „Hotelneubaus“ kritisiert. Recht hat er, wenn er ein Satteldach und eine Verkleinerung des Baukörpers fordert. Dann würde sich das…

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