Leserbriefe

Stuttgart 21 fährt an die Wand

13.10.2012, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Jürgen Klein, Unterensingen. Zum Artikel „Ermittler suchen nach Ursache des Zugunglücks“ vom 2. Oktober. Das Bahnprojekt Stuttgart 21 gerät – wie die Bahnhofsgegner immer wieder voraussagten – zum Desaster. Wie das „bestgeplante Projekt aller Zeiten“ sich selbst an die Wand fährt, kann der aufmerksame Bürger mit eigenen Augen sehen, wenn er an der „Baustelle“ am Hauptbahnhof spazieren geht. Die Umgebung um den Hauptbahnhof erinnert an Kriegsschauplätze mit zerstörten Häusern, aber nicht an „bestgeplante“ Bautätigkeit. Und nun ein erneutes Zugunglück im Gleisvorfeld.

Reflexartig wird auch dieses neuerliche „Unglück“ kleingeredet und Verkehrsminister Winfried Herrmann, der sich sehr moderat zu der vermeintlichen Ursache geäußert hatte, sofort wieder als Projektstörer hingestellt. Es wäre „unverantwortlich“, so Frau Razavi von der CDU (bekannt aus Schlichtungssoap und Untersuchungsausschuss zum schwarzen Donnerstag), so über die Bahn zu reden. Umgekehrt wird ein Schuh daraus, es ist unverantwortlich, was die Bahn mit ihren Kunden macht! Ältere Menschen, die ihre schweren Koffer Hunderte Meter über das Schotterbett schleppen mussten, das war unverantwortlich!

Zum Glück gab es bis jetzt „nur“ Leichtverletzte, aber wer das Bahnhofsdach anschaut, dem durch den Abriss der beiden Bahnhofsflügel der seitliche Halt fehlt, der bewegt sich nur mit Unbehagen unter demselbigen. Auch diese potenzielle Gefahrenstelle wird immer wieder von der Bahn kleingeredet. Das nächste „Unglück“ ist deshalb vorprogrammiert!

Herr Dietrich vom „Bürgerdesinformationsbüro“ möchte sich dieses Mal noch nicht äußern. Gehen dieser „Marionette der Bahn“ auf einmal die Argumente aus, bei dieser erdrückenden Häufung von Unfällen im Stuttgarter Hauptbahnhof? In diesem gab es die letzten 20 Jahre nicht so viele Unfälle wie alleine in diesem Jahr!

Aber wie geht es denn überhaupt weiter mit dem tollen Jahrhundertprojekt? An allen Ecken und Enden klemmt es, wie diese Woche in der Nürtinger Zeitung zu lesen war. Trotzdem wird gebetsmühlenartig behauptet, „pünktlich“ im Jahre 2020 fertig zu sein. Da lachen ja die Hühner!

Wo hat sich eigentlich unser Ministerpräsident Kretschmann versteckt, der doch laut seinem Amtseid „Schaden vom Volke abwehren“ sollte? Die Volksabstimmung war kein Freibrief für ihn, beleidigt die Augen zu verschließen und der Bahn zuzusehen, wie sie Stuttgart sinnlos zerstört! Der Fall Stuttgart 21 ist jetzt vor dem Bundesverfassungsgericht gelandet. Bin gespannt, ob jetzt die höchsten Richter der Bundesrepublik diesen Wahnsinn stoppen.

Leserbriefe

Wir brauchen Parteien, die Mut machen

Patrik Müller, Beuren. Zum Artikel „Die DNA der früheren CDU“ vom 15. September. Frau Kosova kann man zu ihrer gelungenen Integration in Deutschland nur gratulieren. Ich kann allerdings überhaupt nicht nachvollziehen, wie sich eine aus Usbekistan stammende Frau mit jüdischen Wurzeln, die in…

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