Leserbriefe

Stuttgart 21 – eine Glaubensfrage

25.11.2011, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Peter Reinhardt, Neckartenzlingen. Leider! – leider! wissen wir Menschen die Zukunft nicht voraus. So kann es durchaus sein, dass in zehn oder 15 Jahren ganz Deutschland über die ewigen Bedenkenträger lacht, die mit großer Selbstsicherheit verkündet haben, der Untergrundbahnhof in Stuttgart würde furchtbar teuer und brächte eine Unzahl von Problemen mit sich, wo doch so ein schöner, moderner, voll funktionsfähiger Bahnhof entstanden ist. Das könnte schon sein.

Es könnte aber auch sein, dass alle die Hände über dem Kopf zusammenschlagen und sich fragen, wie konnte man so ein unmögliches Monstrum nur beginnen? Man hat doch gewusst, dass es viel, viel teurer wird als geplant und kaum je befriedigend funktionieren wird. Kann sein – wer weiß es? Es gibt Menschen, die sind sicher, dass entweder das eine oder aber das andere ganz sicher so werden wird – sie gehören zu den seltenen Exemplaren, die aufgrund ihrer außerordentlichen hellseherischen Fähigkeiten die Zukunft vorauswissen. Vielleicht haben sie einen besonderen Draht zu den Zukunft stiftenden Göttern.

Ich denke mal – mit aller Vorsicht –, dass ich, aufgrund meines bereits fortgeschrittenen Alters, in zehn bis 15 Jahren kaum noch in den Genuss des herrlichen neuen Bahnhofs – wenn er denn so wunderbar wird – kommen werde. Aber ziemlich sicher bin ich, dass die Zeit bis dahin für alle Bahnfahrer wegen der Großbaustelle unangenehm wird. Aber auch das ist – leider! leider! – nicht sicher.

Offensichtlich gibt es keine wirklich rationale Begründung für oder gegen den neuen Superbahnhof; die Argumente ergeben, nebeneinander gestellt, kein eindeutiges Bild; eben weil die meisten Argumente im Grunde nur Behauptungen sind, die etwas über die Zukunft aussagen, die wir eben – leider! leider! – nicht kennen können. Wir sind alle auf das angewiesen, was wir in unserem Inneren für richtiger halten: entweder der Kellerbahnhof da unten wird überaus problematisch werden – oder aber das Superding wird herrlich werden. Letztlich eine Glaubensfrage. Meine Lebenserfahrung neigt zu Ersterem – aber wer weiß? Wir werden aus der Unsicherheit heraus am Sonntag wählen müssen. Aber wählen sollten wir, wenn wir Demokratie und Mitbestimmung ernst nehmen wollen. Denn entschieden muss werden – so oder so – mit oder ohne uns.

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