Leserbriefe

Streit um die Johanneskirche

10.05.2016, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Matthias Rolf, Wendlingen. Zum Artikel „Bürgerbegehren kontra Kirchenabriss“ vom 29. April. Das ist schon spannend, was die Kirchengemeinde alles gemacht oder nicht gemacht haben soll.

Manchmal frage ich mich, warum denn die Zitierten solche Halb- und Unwahrheiten verbreiten, obwohl sie es doch besser wissen. Schlimm auch, dass die Grundlage der Demokratie nicht gelten soll, also die Pfarrer nicht abstimmen sollen . . .

Das wäre, als hätten im Gemeinderat die Parteivorsitzenden keine Stimme. Ja, lachen Sie nur, wenn es nicht so traurig wäre, gäbe es viel zu lachen! Nun soll also die bürgerliche Gemeinde eingespannt werden, weil die Johanneskirche „orts- und zeitgeschichtliche Bedeutung“ hätte.

Würden noch alle Gebäude stehen, die einmal orts- und zeitgeschichtliche Bedeutung hatten, wäre es ganz schön eng auf unserer Erde.

Ja, dieses Gebäude hatte einmal eine wichtige Funktion zu erfüllen: Der damaligen Gemeinde eine neue Heimat zu geben. Aber in dieser Form und diesem Zustand des Gebäudes ist das für die zukünftige Neuausrichtung der kirchengemeindlichen Arbeit nicht mehr möglich. Aber das haben leider einige noch nicht verstanden.

So wie die Gemeindemitglieder, die den Gottesdienst boykottieren wollen, die Grundlagen des christlichen Glaubens nicht verstanden haben und sich selbst mehr schaden als der Gemeinde. An einem aktiven und attraktiven Gemeindeleben scheinen sie kein Interesse (mehr) zu haben.

Destruktion statt Konstruktion hat aber noch nie funktioniert – und das wird auch in Wendlingen nicht klappen. Die am (evangelischen) Gemeindeleben Interessierten brauchen einen Neustart! In einem durch einen Architektenwettbewerb gefundenen Gebäude, das allen Anforderungen unserer Kirchengemeinde genügt, ist dies möglich. Dass dabei auch noch etwas für Menschen mit Behinderungen getan wird, ist fast eine Randerscheinung, wenn auch eine gewollte.

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