Leserbriefe

Stimme mit Nein am 27.?November

13.10.2011, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Roland Holpp, Neckartailfingen. Als vor mehr als zehn Jahren die Idee zur Tieferlegung des Stuttgarter Hauptbahnhofes geboren wurde, dachte ich, die spinnen. Während das Projekt immer konkreter wurde und alle parlamentarischen Hürden und Einsprüche überwand, kam ich zum Ergebnis, das Projekt ist sinnvoll, und wenn man den Gotthard und sogar den Ärmelkanal untertunneln kann, ist die deutsche Ingenieurs- und Baukunst zu einem solchen Projekt wohl auch in der Lage. Am Tage der Verkündung des Schlichterspruches war ich zufällig in Stuttgart und wohnte dieser spontan bei. Als ich mich im Foyer als Befürworter bekannte, ging einer der Gegner, den ich später noch öfters im Fernsehen sah, auf mich los und wurde von Mitstreitern zurückgehalten. Beim Verlassen des Rathauses über die Treppe des Haupteinganges schlug mir ein anderer noch zum Abschied auf den Rücken. Ein danebenstehender Polizist fragte mich, ob ich Anzeige erstatten wolle, die betreffende Person sei polizeibekannt. Ich verneinte, da ich zum Glück nicht stolperte und die Treppe runterfiel.

Wer die Stuttgarter Bahnhofsanlagen und insbesondere das Gleisfeld von oben per Luftbild oder aus dem Fliegerle anschaut, muss wohl zugeben, dass es für eine derart exponierte Fläche sinnvollere Verwendungsmöglichkeiten geben kann. Im Rathaus-Foyer in Stuttgart steht zum Beispiel ein Modell, wie es später auf der bisherigen Gleisfläche mal aussehen könnte – das hat mich von der Sinnhaftigkeit der Verlegung dieser Technik unter die Erde prinzipiell überzeugt. Ganz abgesehen von den vielen anderen Verbesserungen des Bahn- und Nahverkehrs, die das Gesamtprojekt nach sich zieht. Ein Kopfbahnhof hat im Einzelfall zweifellos gewisse Vorteile, aber 99 Prozent der Bahnhöfe in aller Welt sind nun mal Durchgangsbahnhöfe und niemand wird wohl so vermessen sein, zu behaupten, dass diese alle untauglich seien.

Auch der neue Bahnhof in Berlin, den ich dieser Tage benutzte, überzeugte mich. Was die Kosten betrifft: Natürlich bleibt ein gewisses Kostenrisiko, wenn man zehn oder mehr Jahre an einem Projekt baut. Aber mal ehrlich – wer hat nicht schon für sein Häusle oder andere vernünftige Projekte letztendlich doch etwas mehr bezahlt, als der ursprüngliche Finanzierungsplan vorsah – und hat es dann nicht mal bereut? Ich stimme am 27. November mit Nein – und das heißt dann Ja zu S 21.

Leserbriefe

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