Leserbriefe

Steigende Strompreise und EEG-Umlage

20.10.2012, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Klaus Seeger, NT-Zizishausen. Zum Artikel „Heimliche Stromfresser verursachen ständige Kosten“ vom 13. Oktober. Politik ist doch manchmal wirklich verrückt. Da gibt es eine Bundesregierung, von der man meinte, sie hätte endlich begriffen, dass unsere Bodenschätze irgendwann zur Neige gehen, zum Verheizen eigentlich viel zu schade sind und die Kernkraft (Fukushima) in diesem Sinne auch keine Lösung darstellt. Stichwort: Energiewende und Effizienzsteigerung.

Nun stellt man erschrocken fest: das kostet ja Geld! Dabei hatte man es nicht versäumt, diverse Unternehmen rechtzeitig von der gesamten EEG-Umlage und damit von der Finanzierung einer gesamtgesellschaftlichen Aufgabe zu befreien. Diese Kosten werden zusätzlich den kleinen Leuten aufgebürdet. Nun wird scheinheilig nach Kostenbegrenzung für die privaten Verbraucher gerufen. Ausgerechnet von Schwarz-Gelb! Fakt ist, dass die erneuerbaren Energien für sinkende Strompreise für Energieversorger und Großverbraucher sorgen, nicht für Privatverbraucher – liegt am System. Fakt ist, dass die Erneuerbaren mehr als 100 Millionen Tonnen CO2 vermeiden und damit Klima und Umwelt deutlich entlasten. Fakt ist, dass die Erneuerbaren die bundesdeutsche Handelsbilanz durch mehrere Milliarden Euro für eingesparte Brennstoffimporte entlastet. Fakt ist, dass die Erneuerbaren einen wachsenden Wirtschaftsmarkt darstellen, der für eine exportorientierte Nation und unseren Maschinenbau Zukunftschancen angesichts eines anstehenden, grundlegenden Strukturwandels bedeutet. Nicht auszumalen, was in Baden-Württemberg passieren würde, würden diese Chancen durch kurzsichtige, interessengeleitete Klientelpolitik zunichtegemacht.

Was das bedeutet, kann zurzeit im Bereich der Fotovoltaik eindrucksvoll beobachtet werden. Einstmals weltweit führenden Unternehmen wird mit fadenscheinigen Gründen die wirtschaftliche Basis entzogen. Die Folge: Werksschließungen, Konkurse, Arbeitsplatzverluste, steigende Kosten für die Allgemeinheit. Der Wissenschafts- und Technologiestandort Deutschland und ganz speziell der mittlere Neckar- Raum muss in der Entwicklung und Produktion von Anlagen zur regenerativen und nachhaltigen Energieerzeugung weiterhin weltweit führend bleiben, um Arbeitsplätze und Wohlstand zu sichern. Ein „Weiter so!“ wird es nicht geben, da Erdöl und andere Rohstoffe irgendwann zur Neige gehen. Mit unabsehbaren Folgen für Fahrzeug- und Maschinenbau.

Die Gesamtkosten der EEG-Umlage (nicht die Gewinne der PV-Betreiber!) erreichen nun die Summe, die die großen vier Energieversorger noch vor zwei Jahren jährlich als Reingewinn verbucht haben. Davon sind die nachhaltigen Energieversorger noch Lichtjahre entfernt! Wer steigende Stromkosten vermeiden will, kann in der Regel mit wenigen einfachen Maßnahmen seinen Verbrauch entscheidend reduzieren. Das wirkt sofort und nachhaltig. Zudem muss dazu noch nicht einmal der Energieversorger gewechselt werden.

Leserbriefe

Verkehrsprobleme werden nicht gelöst

Raimund Popp, Nürtingen. Zum Artikel „Der Sieger kommt aus der Schweiz“ vom 20. September. Bevor die Umsetzung der Bahnstadt beginnt, muss der Kreuzungsknoten beim Amtsgericht nachweislich gelöst werden. Eine kleine Übersicht zum Plan der Bahnstadt: alle östlichen Häuser direkt an den…

Weiterlesen

Weitere Leserbriefe Alle Leserbriefe