Leserbriefe

Statt Ehrenamt eine Entschädigung

20.05.2017, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Rosemarie Körner, NT-Oberensingen. Zum Artikel „NT barrierefrei: Teilhabe für alle“ vom 18. Mai. Die Stadt will’s wissen: Gibt es Barrieren in Nürtingen und wo? Nicht jeder Mensch kann sich ohne Hilfsmittel und einfach so bewegen und an diese denkt unsere Stadt. Wo die Barrieren in Nürtingen sind, könnte man auch durch eine Befragung der eingeschränkt mobilen Menschen erfahren. Aber es gibt ein Programm, das Landesprogramm „Impulse Inklusion“ und das wird sogar finanziell bezuschusst und es gibt schon Checklisten, die nur noch abzuarbeiten sind.

Es sind ja alle Städte irgendwie ähnlich, aber was mich speziell in Nürtingen, selten in Städten im Umkreis, als Rollator-Schieberin stört, ist die Schaltphase an Fußgängerampeln. Kaum eine kann ich mit Rollator bis zur anderen Straßenseite begehen, meist kommt das Rot kurz nach der Mitte. Ebenso ist manchmal die Straßenqualität so „bescheiden“, dass ich meinen Rollator nach einigen Minuten weinen höre, vor allem das Pflaster hasst er. So gäbe es noch einiges zu berichten. Ich würde gerne in meinen körperlichen Möglichkeiten mitmachen bei dieser Aktion. Aber bitte nennen Sie diese Aktion nicht „ehrenamtlich“! Nichts daran ist eine Ehre und nichts amtlich, es ist eine Schande, dass bei der Kommune niemand so eine Erhebung machen kann, will oder darf.

Ja, es würde die Stadt Geld kosten. Und genau das ist eine Schande: Wir alle dürfen für die Verwaltung bezahlen, aber sobald etwas mühsam ist, bekommt es das Etikett „ehrenamtlich“ und wird verschoben. Auch der Begriff amtlich kann wohl für keinen Bürger eine Honorierung von Zeiteinsatz und Mühe sein. In meinen Augen ist das eine geplante Selbsthilfe-Aktion. Selbsthilfe wird von einigen Institutionen finanziell gefördert und das könnte die Stadt in so einem Fall auch tun. Es wäre ja nichts furchtbar Teures, wenn die Teilnehmer eine Parkermäßigung für die Zeit ihres Einsatzes bekämen und eine Zeitentschädigung von einem Euro pro Stunde. Bei Politikern nennt man es „Aufwandsentschädigung“, wenn die für Anwesenheit und kluge Worte ihre Freizeit opfern. Wir Bürger sind dann die „Ehrenamtlichen“ und sollen uns freuen, wenn wir so betitelt werden. Ich tu das nicht. Ich will Geld. Das wäre eine echte Ehre für mich.

Leserbriefe

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