Leserbriefe

Starke Zuwanderung überfordert das Land

23.10.2015, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Dr. Valentin Schoplick, Schlaitdorf. „Wir können nicht das Elend der ganzen Welt bei uns aufnehmen“, so heißt es. Das müssen wir auch nicht. Der Artikel 16, 2 des Grundgesetzes lautet: „Politisch Verfolgte genießen Asylrecht“. Dies hat man auf Kriegsflüchtlinge ausgedehnt. Dieser Artikel kann, wenn überhaupt, nur mit einer Zwei-Drittel-Mehrheit des Bundestags und des Bundesrats geändert werden. Der Artikel schließt aus, dass Armut, so schlimm sie auch sein mag, als Asylgrund gelten darf.

Dass unsere für die Anerkennung von Asylsuchenden zuständigen Ämter oft nicht schnell genug entscheiden, mag man kritisieren, man kann es aber auch angesichts der Umstände nachvollziehen. Es ist nicht abzustreiten, dass eine so starke Zuwanderung unser Land auf Dauer überfordern wird. Natürlich darf die Politik nicht nachlassen, auf eine gerechtere Verteilung der Flüchtlinge in Europa und sogar in der Welt hinzuwirken. In den Medien werden, zumindest andeutungsweise, die beruflichen Fähigkeiten der Asylbewerber deutlich gemacht. Es zeichnet sich ab, dass oft gerade die Syrer ganz gute Voraussetzungen mitbringen. Wie sich die Eingliederung in unser Berufsleben vollziehen wird, drüber kann man nur spekulieren. Der Erfolg wird aber zum nicht geringen Teil auch von uns abhängen. Natürlich kommen nicht nur brave Jungs (und Mädels) zu uns. Dass aber diejenigen, die vor Krieg, Unterdrückung und religiösem Wahn geflohen sind, in erster Linie den Islam in Deutschland durchsetzen wollen, glaube ich nicht. Alle, die bei uns leben, müssen sich zwar nicht an unsere „Gebräuche“, aber an unsere Gesetze, vor allem an das Grundgesetz, halten. Übertretungen werden wir auch als „Gutmenschen“ (ein übles Wort) nicht hinnehmen. Und ist es nicht ein Zeichen unserer geistigen Beweglichkeit, sich mit Menschen aus fremden Kulturkreisen auseinandersetzen zu können? Und, sagt nicht Jesus im Hinblick auf das Weltgericht: „Ich war Fremdling, und ihr habt mich aufgenommen“.

Es ist mittlerweile verständlich, dass diejenigen, die mit der Aufnahme und Integration von Flüchtlingen zu tun haben, darunter auch viele Freiwillige, oft bis an ihre Grenzen belastet sind. Aber welche Nachteile hat der „normale“ Mensch zu erleiden? Ach ja, die Häusle in der Nähe von Asylunterkünften verlieren vielleicht an Wert. Es ist nicht zu leugnen, dass die Kosten für die Betreuung von Asylbewerbern steigen. Allerdings würde ich gern wissen, was die „Betreuung“ der Rechtsradikalen kostet, von der Zähmung rechter Hooligans über rechtsradikale Aufmärsche bis hin zum Wiederaufbau nützlicher, aber abgebrannter Gebäude.

Leserbriefe

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