Leserbriefe

Städtebauliche Chance vertan

24.04.2014, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Raimund Braun, Nürtingen. Zum Artikel „Städtebaulich wäre mehr drin gewesen“ vom 28. März. Bedauerlicherweise gibt es bis heute keine Stellungnahmen der Gemeinderäte zu den klaren Worten des Gestaltungsbeirates zur Wörthbebauung. Zur temporären Außenbewirtung am Melchiorareal hat sich Herr Kunzmann schon geäußert. Nicht jedoch zu den Darstellungen des Gestaltungsbeirates. Nach dem Satzungsbeschluss zur Bebauung hat die CDU sehr deutlich Stellung bezogen. In der Presse wurde am 8. Oktober 2012 dargestellt, dass eine Entscheidung gegen die Bebauung für die Bürger städtebaulich und finanziell ein großer Verlust gewesen wäre. Der Gestaltungsbeirat sieht jedoch in derselben Bebauung eine große städtebauliche Chance vertan.

Das Forum Wörth hat mehrfach genau darauf, wie auch auf die nicht korrekt dargestellten Kosten, hingewiesen. Wie inzwischen bekannt, kann die Bebauung nur mit einem großen finanziellen Verlust umgesetzt werden. Zu den finanziellen Verlusten, wie auch zu der vertanen städtebaulichen Chance, haben sich die Fraktionen des Gemeinderates noch nicht geäußert. Bei der Vorstellung der Freiflächenplanung wurde von der CDU und den Freien Wählern nur die Bürgerbeteiligung zur Freiflächenplanung in Frage gestellt. Das Beteiligungsverfahren zum Bebauungsplan Wörth-Östlich wurde 2012 als beispielhaft und vorbildlich bezeichnet. Vorschläge vom Forum Wörth zur Bebauung dagegen, die dem Ansatz des Gestaltungsbeirats entsprachen, sowie 3000 Unterschriften gegen die Bebauung wurden jedoch ignoriert.

Dass die Bürgerbeteiligung zur Freiflächenplanung, mit teilweise unter zehn Teilnehmern, von der Bevölkerung nicht angenommen wurde, erscheint mir dabei logisch und verständlich. Die Anzahl der Teilnehmer und die eigentlichen Vorgaben zur Bürgerbeteiligung gemäß den aufgestellten Leitlinien für Beteiligungsverfahren waren den Fraktionen bekannt, das Verfahren hätte früher in Frage gestellt werden müssen. Über die Leitlinien und die Anzahl der Teilnehmer am Beteiligungsverfahren wurde der Gestaltungsbeirat sicher nicht informiert. Dessen Aussagen zur Beteiligung wären gewiss anders ausgefallen. Richtigerweise haben sich die Mitglieder des Gestaltungsbeirates für eine großzügigere und städtische Ausbildung der Freiräume ausgesprochen. Der Gemeinderat, oder der neue Gemeinderat, kann die Bebauung verhindern. Ein neuer Bebauungsplan unter Berücksichtigung der Anregungen des Gestaltungsbeirates und der Vorgaben der Wassergesetze ist kein finanzieller Verlust, sondern eine städtebauliche Chance. Hier könnte etwas entstehen, was zum Beispiel die Stadt Kirchheim nicht bieten kann: eine zentrumsnahe und großzügige Freifläche am Neckar. Dies wäre ein nachhaltiger städtebaulicher Gewinn und keine „Statt-Entwicklung“!

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